28.10.2020

Iran: Junge Muslime unterstützen Räumungsarbeiten in der Kirche

des heiligen Thomas in Mossul: Nur wenige Flüchtlinge kehren zurück

Mossul (Fides) – Junge freiwillige Helfer, die vorwiegend der muslimischen Gemeinde in Mossul angehören, unterstützten in den letzten Tagen die Räumungs- und Restaurierungsarbeiten in der syrisch-katholischen Kirche des heiligen Thomas (Mar Toma). Die Initiative der Nichtregierungsorganisation "Sawaed Mosuliya" ermöglichte die Räumung der Trümmer, die nach den Verwüstungen in den Jahren, in denen Mosul unter der Kontrolle des IS stand, immer noch das im Inneren und in der Umgebung der Kirche lagen.
Mossul, das im September 2017 aus der Kontrolle dschihadistischer Milizen befreit wurde, steht im Mittelpunkt mehrerer Sanierungsprojekte, die auch von internationalen Gremien - einschließlich der Vereinten Nationen und der Europäischen Union – unterstützt wurden und vor allem das Ziel der auf des Wiederaufbaus beschädigter Denkmäler und Kultstätten verfolgt, um die pluralistische multiethnisch und multireligiöse Identität der nordirakischen Stadsentität wiederzubeleben.
Nach den Jahren der Besetzung Mosuls durch den IS und mehr als anderthalb Jahre nach seiner Befreiung fand bereits am 28. Februar 2019 in der noch immer von Trümmern übersäte St. Thomas -Kirche eine "Messe für den Frieden" mit dem syrisch-katholischen Erzbischof Boutros Moshi statt . Der Wiederaufbau der christlichen Kirche, die während der dschihadistischen Besetzung schwer beschädigt, aber nicht vollkommen zerstört wurde, war Teil des von der UNESCO auf den Weg gebrachten Sanierungsprogramms für Denkmäler, Kirchen und Moscheen und wurde hauptsächlich seitens eines von den Vereinigten Arabischen Emiraten in Aussicht gestellten Beitrags in Höhe 50 Millionen Dollar ermöglicht.
Der syrisch-katholische Priester Raed Adel, würdigt im Interview mit der Sender der Nachrichtenagentur A24 die großzügige Hilfsbereitschaft der jungen Muslime, die in Mossul Seite an Seite arbeiten, um der Stadt neue Impulse zu geben und auch Christen, die während der Zeit der Besatzung geflohen waren, zu überzeugen, in ihre Häuser zurückzukehren.
In den letzten Jahren wurde die Rückkehr christlicher Vertriebener nach Mosul und in traditionell von Christen besiedelte Gebiete in der Ninive-Ebene von den irakischen Behörden sowohl auf nationaler als auch auf lokaler Ebene immer als vorrangig eingestuft. Dennoch haben verschiedene Untersuchungen zu den Prozessen der Rückkehr bereits vor dem Ausbruch der COVID-19-Pandemie einstimmig gezeigt, dass nach dem Ende der dschihadistischen Besetzung nur eine geringe Zahl der christlichen Flüchtlinge bisher in ihre Häuser in Mosul und in der Provinz Ninive zurückgekehrt sind.
(GV) (Fides 28/10/2020)