29.09.2020

Deutschland: Warum Religionsunterricht gerade jetzt wichtig ist

Wissenschaftler der Uni Jena veröffentlichen Thesenpapier „Gerade jetzt!“

Jena (idea) – Wissenschaftler der Friedrich-Schiller-Universität Jena möchten mit einem Thesenpapier auf die besondere Bedeutung des Religionsunterrichts aufmerksam machen. Im Zuge der Corona-Krise ist an vielen Schulen der Religionsunterricht ausgefallen. Es sei eine Trennlinie zwischen sogenannten Kernfächern und Randfächern gezogen worden, wie es in dem Papier heißt. Der Religionsunterricht sei solch ein Randfach. Ministerien, Schulämter und -leitungen seien der Auffassung, dass man Randfächer entbehren könne, „wenn es hart auf hart kommt“. Die Thesen sollen aufzeigen, warum auch während der Corona-Zeit der Religionsunterricht „unverzichtbar“ sei. Mitherausgeber Prof. Ralf Koerrenz zufolge haben Kinder grundsätzlich ein Recht auf eine umfassende Bildung. „Besonders in Zeiten wie diesen, wenn ihr gewohntes Umfeld erschüttert ist, eine existenzielle Bedrohung im Raum steht und der Alltag aus den Fugen gerät, ist das Nachdenken darüber, was wirklich zählt, besonders wichtig“, so Koerrenz. Seiner Meinung nach hilft die Beschäftigung mit Fragen der Religion und Ethik in solchen Krisenzeiten bei der Orientierungsfindung, richtigen Einordnung und Einschätzung. Gerade der Religionsunterricht schaffe zudem eine Gesprächsplattform, um sich über die existenziellen Erfahrungen, die mit der Pandemie einhergehen, auszutauschen. So biete das Schulfach den Schülern eine Antwort auf die Frage nach dem Wohl der Menschheit. Der christliche Glaube könne auch in der Krise Halt geben, da er von „der hoffnungsstarken Perspektive des Reiches Gottes“ bestimmt sei. Außerdem könnten Religionslehrer beratend durch die Krise begleiten, da sie seelsorgerisch sensibilisiert seien. Das Thesenpapier „Gerade jetzt! – 10 Thesen, warum der Religionsunterricht in der Corona-Zeit unverzichtbar ist“ wurde in der „Zeitschrift für Pädagogik und Theologie“ veröffentlicht.