30.08.2020

Deutschland: Assyrische Christen aufnehmen!

ACK, Aktionsbündnis im Saarland

Saarbrücken (idea) – Ein „Aktionsbündnis für verfolgte Christen Saar“ fordert ein Landesaufnahmeprogramm des Saarlandes für christliche Assyrer aus Syrien. Das geht aus einem Offenen Brief des Bündnisses an den saarländischen Ministerpräsidenten Tobias Hans (CDU) hervor.

Hintergrund: Im September 2019 hatte der Assyrische Kulturverein Saarlouis die Landesregierung gebeten, 400 christliche Assyrer in das Bundesland einreisen zu lassen. Sie würden in Syrien von radikalen Muslimen massiv bedroht und verfolgt. Im Saarland lebten bereits rund 500 christliche Assyrer, die gut integriert seien. Sie seien bereit, sich um die Neuankömmlinge zu kümmern und einen großen Teil von ihnen in Privathäusern zu beherbergen.

Die Landesregierung lehnte die Bitte ab und schlug stattdessen in einem Schreiben an Bundesinnenminister Horst Seehofer (CSU) vor, die 400 Christen auf alle Bundesländer zu verteilen. Nach dem üblichen Verteilschlüssel könne das Saarland dann bis zu fünf von ihnen aufnehmen.

Seitdem hätten weder der Bund noch das Land die Bereitschaft zur konkreten Mitwirkung bei der Lösung der humanitären Katastrophe gezeigt, heißt es in dem Offenen Brief des Aktionsbündnisses. „Das Leid und die Verfolgung für die assyrischen Christen sowie der anderen Christen in Syrien bestehen jedoch weiterhin fort.“

Ferner heißt es in dem Schreiben, mit einem Landesaufnahmeprogramm würde das Saarland keinen „Sonderweg“ beschreiten, sondern dem Beispiel des Bundeslandes Brandenburg folgen. Dort sehe der Ende 2019 geschlossene Koalitionsvertrag der Regierungsparteien SPD, CDU und Bündnis 90/Die Grünen vor, pro Jahr 200 verfolgte Christen oder andere besonders schutzbedürftige Flüchtlinge aufzunehmen.

Das „Aktionsbündnis für verfolgte Christen Saar“ wurde von der Arbeitsgemeinschaft Christlicher Kirchen (ACK) Saarbrücken und Umgebung gegründet. Die Federführung hat die Saarbrücker ACK-Vorsitzende, die katholische Pastoralreferentin Pascale Jung.