30.10.2020

Bangladesch: Pastor brutal überfallen, Kirche ausgebrannt

Schlägertrupp droht mit Mord, Pastor vermutet Lokalpolitiker als Drahtzieher

(Open Doors, Kelkheim) – Am 18. Oktober überfiel eine Schlägergruppe im Nordosten von Bangladesch Pastor Badal Day (57) und seine Frau Josna Rani Day (50). Sie verprügelten das Ehepaar, verwüsteten ihr Haus und setzten die benachbarte Kirche in Brand. Day vermutet, dass sie von einem einflussreichen Lokalpolitiker mit einer klaren Agenda geschickt wurden.
 
„Wenn wir euch morgen noch hier sehen, bringen wir euch um!“ 
Es war ein Sonntagabend gegen 20 Uhr, als eine Bande von Bewaffneten zum Haus von Pastor Badal Day und seiner Frau kam. Day berichtet, wie er versuchte, die Männer zu beschwichtigen: „Ich flehte sie unter Tränen an: ‚Wir Christen sind hier eine unbedeutende Minderheit. Wir sind gegen niemanden. Bitte tut das nicht. Bitte habt Mitleid mit uns!‘“
Doch die etwa 25 Männer ließen sich nicht von ihrem Vorhaben abbringen und prügelten auf den Geistlichen und seine Frau ein. Sie warfen Schränke um, andere Einrichtungsgegenstände schlugen sie kaputt. Als sie sich danach der Kirche zuwenden wollten, versuchte Day nochmals sie aufzuhalten: „Ich klammerte mich an ihre Beine und bettelte sie an, die Kirche nicht zu zerstören. ‚Dies ist unser Ort der Anbetung!‘ Aber sie weigerten sich, auf mich zu hören.“ Die Angreifer demolierten die Eingangstür und die Fenster der Kirche, die Kanzel warfen sie um. Anschließend setzten sie die Kirche wie auch das Wohnhaus in Brand.
Bevor sie gingen, bedrohten sie den Pastor und seine Frau: „Bis heute Abend verschwindet ihr von hier! Wenn wir euch morgen noch hier sehen, bringen wir euch um! Verlasst diesen Ort, wenn ihr weiterleben wollt!“
Politiker baute Mühle auf Kirchengrundstück 
Später erfuhr Day, dass die Täter von einem einflussreichen Lokalpolitiker geschickt wurden. Er hatte bereits vor einigen Jahren einen Teil des Landes von Pastor Day und der Gemeinde gewaltsam besetzt, um darauf eine Mühle zu bauen. Pastor Days Versuch, sich mit rechtlichen Mitteln dagegen zur Wehr zu setzen, war damals gescheitert. Stattdessen wurden ihm selbst rechtliche Schritte angedroht.
Day geht davon aus, dass der Politiker jetzt versucht, sich auch den übrigen Teil des Landes gewaltsam anzueignen. Als er den Vorfall bei der örtlichen Polizei meldete, wollten die Beamten seine Anzeige zunächst nicht aufnehmen; erst später erklärten sie sich bereit, die Angelegenheit zu untersuchen.
Gegenwärtig lebt das Ehepaar in einem kleinen Zelt neben ihrem beschädigten Haus. Sie erhalten weiterhin anonyme Drohanrufe. Die Anrufer warnen sie davor, ihre Anzeige aufrechtzuerhalten und drohen mit noch schlimmeren Folgen. Lokale Partner von Open Doors betreuen Pastor Day und seine Frau. Sie haben um unsere Gebetsunterstützung für das Ehepaar gebeten.
Auf dem Weltverfolgungsindex 2020 steht Bangladesch an 38. Stelle unter den Ländern, in denen Christen am stärksten wegen ihres Glaubens verfolgt werden.
Quelle: Open Doors

Hinweis: Am 8. November 2020 ist der Weltweite Gebetstag für verfolgte Christen.