31.10.2020

Berg-Karabach: Angst vor einem neuen armenischen Völkermord

„Kirchen voller Menschen werden bombardiert“

Zunehmende Angst vor einem neuen armenischen Völkermord,

weil israelische „Kamikaze Drohnen“ von Azerbaijan mit Hilfe der Türkei gegen Zivilisten in Nagorno-Karabach eingesetzt werden.

In der umstrittenen armenischen Region Nagorno-Karabach, in der hauptsächlich armenische Christen leben, kämpfen azerbaijanische Streitkräfte mit türkischer Unterstützung und mit israelischen „Kamikaze-Drohnen“ (Waffen) gegen zivile Ziele, auch gegen Kirchen.

Der Konflikt in Nagorno-Karabach (oder auch Berg Karabach von den Armeniern oft „Artsakh“ genannt, welches der historische armenische Name für das Gebiet ist) brach am Sonntag den 27. September aus, als Streubomben auf die rund 144.000 ethnischen Armenier herunter kamen.

„Kirchen voller Menschen werden bombardiert“

Kontakte von Barnabas berichten, dass die Haupstadt Stepanakert und mehrere andere größere Städte ständig bombardiert werden. „Wohnhäuser und die gesamte zivile Infrastruktur werden zerstört, was zu einer humanitären Katastrophe führt.“

Die Kontaktperson von Barnabas berichtet zu unserem Entsetzen, dass besetzte Kirchengebäude beschossen werden: „Kirchen voll betender Menschen werden bombardiert“, sagte sie, und weiter: „Gottesdienststätten werden mit ‚Toiletten gleichgestellt’. Der azerbaidjanische Politikwissenschaftler Saadat Kadirova rechtfertigt die Bombardierung folgendermaßen: „Es ist unser Territorium und wir haben das Recht, sie in den Toiletten zu töten“.

Die Kontaktperson bittet ganz dringend um Fürbitte und Unterstützung für die belagerten Armenier in Nagorno-Karabach „die in einem freien, demokratischen Land leben wollen ohne Angst vor Ausrottung in ihrem eigenen  historisch angestammten Heimatland“.

Alarm wegen Jihadisten, syrischen Söldnern, die eingesetzt werden.

Die Kontaktperson von Barnabas bezeichnet es als besorgniserregend, dass

Dschihad-Aufständische aus Syrien, Libyen, Pakistan und Afghanistan, die darin geübt sind, Gräueltaten an der Zivilbevölkerung zu begehen, vom türkischen und aserbaidschanischen Militär „angeheuert“ werden, um einen Stellvertreterkrieg in der Region zu führen.

Der offizielle Grund für die aserisch-türkische Offensive ist der aserbaidschanische Anspruch auf das umstrittene Gebiet Nagorno-Kraabach, das international als Teil von Aserbaidschan anerkannt wurde, aber weiter unter armenischer Herrschaft bleibt. Das Gebiet, das von einer traditionell armenisch-christlichen Mehrheit bewohnt wird, grenzt an Aserbaidschan, das eine muslimische Mehrheit hat. Die beiden ehemaligen Sowjetrepubliken streiten seit dem Zusammenbruch der UdSSR Ende der 1980er Jahre um das Gebiet.

Furcht vor Eskalation zum "pan-türkischen" Krieg und einer Wiederaufnahme des armenischen Völkermords

Es wird befürchtet, dass die neueste Runde im Konflikt zwischen Armenien und dem ethnisch türkischen Aserbaidschan, das vorwiegend von Shia-Muslimen bewohnt wird, sich zu einem Krieg entwickeln könnte, in den regionale Mächte verwickelt werden, wobei die Türkei, die zur NATO gehört, in der Haupt-Offensive mit Aserbaidschan verbündet ist.

Das ölreiche Aserbaidschan unterhält ebenfalls langjährige strategische Beziehungen zu Israel und versorgt es mit einem bedeutenden Anteil seiner Öllieferungen, während die ehemalige Sowjetblockrepublik 60% ihrer Waffen von Israel bezieht.

 

Ein Experte für dieses Gebiet berichtet, dass die historische Motivation für die gemeinsame Aktion von Aserbaidschan und der Türkei aus der Zeit des Osmanischen Reiches stammt, nämlich aus dem Pan-Türkismus – oder der Schaffung von ‚Turan’ – eine Welt für die Türken. Nagorno-Karabach ist eine Pufferzone, die einer größeren Offensive im Weg steht. Wenn die Armenier ausgerottet würden, könnte sich die Türkei mit Aserbaidschan zu einem Land vereinigen. „Das türkische Motto vor dem Angriff war: ‚zwei Länder, eine Nation’ und wurde jetzt geändert in ‚eine Nation, ein Land“, sagte der Experte.

Der armenische Völkermord, der offiziell von 28 Ländern anerkannt wurde, wurde durch die osmanische türkische Regierung gegen armenische Untertanen verübt. Der Höhepunkt lag um 1915 und setzte sich periodisch drei Jahrzehnte lang fort. Vermutlich wurden in diesem staatlich sanktionierten Völkermord mehr als 1,5 Millionen Armenier getötet, durch den die osmanischen Behörden offensichtlich einen rein islamischen Staat schaffen wollten. Einige Armenier retteten ihr Leben, indem sie zum Islam übertraten. Das macht deutlich, dass die Motivation für den Völkermord religiös und nicht rassistisch war. Osmanische Türken griffen auch Christen anderer Ethnien wegen ihres Glaubens an, und zwar zwischen 1915 und 1918 in dem Massaker gegen ca. 750.000 assyrische und syrische Christen und zwischen 1914 und 1923 gegen 1,5 Millionen Griechen.

Tödliche israelische Tarnkappen-Drohnen schweben mit Bomben über dem Schlachtfeld

Aserbaidschan war die erste Nation, die die tödlichen "Kamikaze "Anti-Strahlungsdrohnen von Israel kaufte und sie im militärisch intensiven viertägigen "Aprilkrieg" einsetzte, der 2016 den Waffenstillstand unterbrach.

Die Elektromotoren der Tarnkappenbomber sind praktisch lautlos, bis sie ihr Ziel in Angriff nehmen. Die neue Klasse der Munition für unbemannte Luftfahrzeuge (UAVs) ist im Wesentlichen eine Kamikaze- oder Selbstmorddrohne, die mit Bomben beladen ist und über dem Schlachtfeld schwebt, während ihr ferngesteuerter Bediener nach Zielen sucht. Die Drohne wird dann eingeflogen, um zuzuschlagen und sowohl sich selbst als auch das Ziel zu zerstören.

Unter dem Deckmantel einer "humanitären Fracht" über die Türkei verschiffte Angriffsdrohnen

Armenien hat seinen Botschafter in Israel am 1. Oktober wegen israelischer Waffenverkäufe an Aserbaidschan zurückgerufen. Die Sprecherin des armenischen Außenministeriums, Anna Naghdalyan, protestierte gegen die israelischen Waffenexporte und sagte: "Israels Arbeitsstil ist inakzeptabel. Das Ministerium muss seinen Botschafter in Israel zurückrufen".

Am 11. Oktober erklärte Artsrun Hovhannisyan, eine Vertreterin des armenischen Verteidigungsministeriums, dass "Angriffsdrohnen unter dem Deckmantel einer "humanitären Fracht" in großen Mengen aus der Türkei und Israel nach Aserbaidschan gebracht werden. Zwei Tage später lehnte der israelische Hohe Gerichtshof ein Verbot von Waffenverkäufen an Aserbaidschan mit dem Hinweis auf "mangelnde Beweise" ab.

Aserbaidschan hat seit 2012 israelische Waffen im Wert von Milliarden Dollar gekauft

Nach Angaben des Stockholmer Internationalen Friedensforschungsinstituts (SIPRI), einem führenden Think-Tank für Konflikte und Rüstung, hat Israel Aserbaidschan zwischen 2006 und 2019 Waffen im Wert von rund 825 Millionen US-Dollar zur Verfügung gestellt. Aserbaidschans Präsident Ilham Alijew besprach während eines Besuchs des israelischen Premierministers Benjamin Netanjahu in Aserbaidschan im Jahr 2016 den Kauf von Verteidigungsgütern im Wert von fast 5 Milliarden US-Dollar aus Israel.

2012 hatte Aserbaidschan zugestimmt, 1,6 Milliarden Dollar, fast das Äquivalent des gesamten jährlichen Verteidigungshaushalts des Landes, in Waffen von Israel zu kaufen, in einem Geschäft, zu dem Drohnen, Flugabwehr- und Raketenabwehrsysteme gehören.

Quelle: Barnabasfund, übersetzt und bearbeitet AKREF