22.04.2021

Weltweit: Laut US-Bericht verstoßen 14 Länder anhaltend gegen Religionsfreiheit

Kritik an Indien: Regierungsbeamte verbreiten Hass und Gewalt

Washington (IDEA) – In 14 Ländern verstoßen die Regierungen systematisch und anhaltend gegen die Religionsfreiheit oder tolerieren solche Verstöße. Das berichtet die US-Kommission für internationale Religionsfreiheit (USCIRF) in ihrem Jahresbericht 2021, der am 21. April in Washington vorgestellt wurde. Dies seien China, Eritrea, Indien, Iran, Myanmar, Nigeria, Nordkorea, Pakistan, Russland, Saudi-Arabien, Syrien, Tadschikistan, Turkmenistan und Vietnam. Die Kommission empfahl dem US-Außenministerium, diese Länder offiziell als „Länder von besonderem Interesse“ (Country of Particular Concern/CPC) auszuweisen. Seit 2009 gibt das US-Außenministerium eine solche Liste von Ländern heraus, die am schwersten gegen die Religionsfreiheit verstoßen.

Die Lage in Indien

Bereits im vergangenen Jahr hatte die Kommission empfohlen, Indien in diese Liste aufzunehmen, doch das Außenministerium hatte die Einschätzung der USCIRF zurückgewiesen. Im neuen Jahresbericht heißt es, dass Indien im Blick auf die Religionsfreiheit seine negative Entwicklung fortgesetzt habe: „Die Regierung, angeführt von der Bharatiya Janata Party (BJP), förderte die nationalistische Politik der Hindus, was zu systematischen, anhaltenden und ungeheuren Verstößen gegen die Religionsfreiheit führte.“ Selbst Regierungsbeamte seien daran beteiligt, „Hass und Gewalt gegen religiöse Minderheiten zu verbreiten“. Besonders kritisiert der Bericht das Ende 2019 verabschiedete Gesetz zur Änderung der Staatsbürgerschaft, das vor allem muslimische Inder diskriminiere.

Pakistan: 30 Christen im Gefängnis

Scharfe Kritik übt der Jahresbericht auch an Pakistan. 30 Christen seien wegen Gotteslästerung inhaftiert. Sieben von ihnen säßen in der Todeszelle. Es gebe zudem Berichte über erzwungene Konversionen zum Islam, Vergewaltigungen und Zwangsehen. Betroffen seien neben Christen auch Hindus. Wörtlich heißt es in dem Bericht: „Pakistanische Gerichte haben es systematisch versäumt, religiöse Minderheiten zu schützen und Gerechtigkeit zu gewährleisten.“ Einen Fall greift der Bericht auf. So sei im April 2020 die 14-jährige Schülerin Myra Shahbaz in Faisalabad entführt, unter Drogen gesetzt und mit Waffengewalt gezwungen worden, zum Islam zu konvertieren und zu heiraten. Vor Gericht habe ihr Entführer dagegen behauptet, sie sei 19 Jahre alt und habe in die Hochzeit eingewilligt. Daraufhin habe das Gericht in Lahore ihrem Entführer Recht gegeben. Das Mädchen habe nicht in seine Familie zurückkehren dürfen, sondern sei ihrem Entführer zugesprochen worden.

China: Staat geht gegen Christen vor, die nicht mit ihm kooperieren

Zu China heißt es, dass Katholiken und Protestanten, die sich weigerten, mit den staatlichen Stellen zusammenzuarbeiten, belästigt, inhaftiert und gefoltert würden. So sei der christliche Buchhändler Chen Yu (Taizhou) zu sieben Jahren Gefängnis und einer Geldstrafe von rund 25.000 Euro verurteilt worden. An katholischen und evangelischen Kirchen seien Kreuze entfernt worden. Auch Versammlungsstätten anderer religiöser Gruppierungen wie Buddhisten und Daoisten seien zerstört worden.