25.04.2021

Laos: Pastor zu Haft- und Geldstrafe verurteilt

Er hatte Gottesdienste ohne Genehmigung der Regierung abgehalten

Vientiane (IDEA) – Im kommunistisch regierten Laos hat ein Gericht den Pastor Sithon Thippavong zu einem Jahr Haft und einer Geldstrafe von umgerechnet etwa 350 Euro verurteilt. Das berichtete das Hilfswerk Open Doors. Der 35-Jährige war am 15. März 2020 in der südlichen Provinz Savannakhet verhaftet worden, weil er Gottesdienste ohne Genehmigung der Regierung abgehalten hatte. Das Gericht sprach ihn wegen „Störung der Einheit“ und „Schaffung von Unordnung“ schuldig. Aufgrund der Zeit in Untersuchungshaft wurde er drei Tage nach Verkündung des Urteil freigelassen. Wie Open Doors durch örtliche Kontaktpersonen erfuhr, musste der Pastor vor der Entlassung aber ein Dokument unterschreiben, in dem er versprach, bis März 2022 nicht zu predigen oder andere christliche Aktivitäten zu organisieren. Die Regierung in Laos überwacht christliche Aktivitäten stark. Alle Versammlungen müssen den Behörden gemeldet werden.Deshalb sind Hauskirchen gezwungen, im Geheimen zu agieren, da ihre Treffen als „illegale Versammlungen“ betrachtet werden. Sogar 75 Prozent der Gemeinden der offiziell anerkannten evangelischen Kirche „Lao Evangelical Church“ (LEC) haben keine dauerhaften Kirchengebäude und führen ihre Gottesdienste in Wohnungen durch. Die LEC beklagt, dass Gemeinden große Schwierigkeiten haben, Baugenehmigungen von den lokalen Behörden zu erhalten. Ende 2019 hatte die Regierung im Rahmen eines neuen Gesetzes („Law on the Evangelical Church“) Christen das Recht zugesichert, sich zu Gottesdienst und Gebet zu treffen. Das südostasiatische Land hat 7,2 Millionen Einwohner. Davon sind 53 Prozent Buddhisten, 42 Prozent Anhänger ethnischer Religionen und drei Prozent Christen.