05.11.2026

Weltweit: Verstöße gegen Religionsfreiheit nehmen deutlich zu

Religionsbeauftragter Rachel warnt vor deutlicher Zunahme der Verstöße

IIRF-D/proMagazin/Tübingen-Berlin/ - 05/11/2026 - Weltweit nehmen die Verstöße gegen die Religionsfreiheit deutlich zu. Das erklärte der Beauftragte der Bundesregierung für Religions- und Weltanschauungsfreiheit, Thomas Rachel (CDU), am Mittwoch bei der Vorstellung der Jahrbücher Religionsfreiheit von IIRF in Berlin. Als Ursache nannte Rachel eine „massive Zunahme“ autoritärer Staaten, die Kontrolle ausüben wollten – auch über die Religion und ihre Ausübung. Religionsfreiheit sei ein Gradmesser: Wo sie fehle, würden auch andere Menschenrechte verletzt.

Besuch bei den Opfern des Anschlags in Jordanien

Wenige Stunden vor der Pressekonferenz hatte Rachel in Jordanien die Angehörigen der Opfer des islamistischen Anschlags vom 20. Oktober auf die christliche Gemeinde in Hammoud besucht (wir berichteten). Bei dem Anschlag kamen neun Menschen ums Leben, Dutzende wurden verletzt; versammelt waren mehr als 250 Gläubige. Dass es nicht noch mehr Opfer gab, sei „ein Stück Gottesführung“ und dem besonnenen Handeln der Gläubigen zu verdanken, so Rachel.

Nicaragua, China und Pakistan im Fokus

Als „skandalös“ bezeichnete Rachel die Lage der Christen in Nicaragua. Geistliche wie Laien würden überwacht, verfolgt und unterdrückt, kirchliche Vertreter ausgewiesen und kirchliche Einrichtungen geschlossen. Mit Blick auf China beklagte der Beauftragte eine „Sinisierung“ der Religionen, die sich der chinesischen Mehrheitsgesellschaft anpassen müssten. Auch die Situation der Christen in Pakistan sprach er an.

Verfolgte Frauen stärker in den Blick nehmen

Die Abgeordnete zum österreichischen Nationalrat, Gudrun Kugler, forderte, verfolgte Frauen stärker in den Blickpunkt zu rücken. Frauen seien in besonderem Maße von Diskriminierung und Verfolgung aufgrund ihres Glaubens betroffen – und diese Verfolgung habe eigene Formen, vor allem sexuelle Gewalt und Zwangsheirat. Vergewaltigung werde oftmals systematisch eingesetzt, um Traumata an nachfolgende Generationen weiterzugeben.