09.12.2011
Arabische Welt:Hilfe für Christen
Am 10. Dezember ist der Internationale Tag der Menschenrechte. An diesem Tag hatte die Generalversammlung der Vereinten Nationen 1948 die Allgemeine Erklärung der Menschenrechte verabschiedet.
KIRCHE IN NOT setzt sich für die Einhaltung der Religionsfreiheit ein, insbesondere für die freie Religionsübung der Christen. Die Europäische Union und auch deutsche Politiker verstehen die Religionsfreiheit als elementares Menschenrecht.
Mit Hinblick auf die Entwicklungen in den nordafrikanischen Staaten sagte die Sprecherin für Menschenrechte und Humanitäre Hilfe in der CDU/CSU-Bundestagsfraktion, Erika Steinbach, dass demokratische Wahlen nicht automatisch zur Verwirklichung von Menschenrechten führen.
Im Vorfeld des Internationalen Tages der Menschenrechte sagte sie: “Wie schwierig die Lage noch immer ist, zeigt die Situation der Christen. Ihnen geht es trotz der Umwälzungen im arabischen Raum deutlich schlechter. Vor allem die Situation der Kopten in Ägypten ist äußerst besorgniserregend.” Ägyptische Bischöfe sagten gegenüber KIRCHE IN NOT sogar, dass sie von den guten Wahlergebnissen islamistischer Parteien geschockt gewesen seien.
Auf einer ökumenischen Konferenz zum Thema “Christenverfolgung heute – Gedenket der Märtyrer” in Schwäbisch Gmünd, bei der KIRCHE IN NOT mitgewirkt hat, einigten sich die Teilnehmenden auf eine Resolution. Darin wird eine umfassende Religionsfreiheit in der arabischen Welt gefordert, denn sie ist entscheidende Grundlage für nachhaltige Veränderungen und stabile Demokratien. Es könne keine echte Freiheit und keine Menschenrechte ohne Meinungs-, Gewissens- und Religionsfreiheit geben.
Darüber hinaus werden Politiker aufgefordert, dass Religionsfreiheit umfassend verwirklicht wird: Niemand soll wegen seiner Religionszugehörigkeit diskrimniert werden; außerdem soll ein freiwilliger Wechsel der Religion möglich sein. Die freie Ausübung sowohl im privaten als auch im öffentlichen Leben müsse gewährleistet werden.
Die Resolution wendet sich auch an die Kirche. Sie soll Kontakte zu christlichen Gemeinden und Kirchenbünden in der arabischen Welt aufnehmen, pflegen und ihnen gewünschte und benötigte Unterstützung gewähren. Außerdem sollen Pfarrgemeinden die Thematik der Christenverfolgung aufnehmen und regelmäßig für die verfolgten Christen beten.
Quelle: Kirche in Not