11.12.2011

Afghanistan: Flüchtlinge brauchen im Winter Hilfe

Christliches Hilfswerk Shelter Now reagiert auf Hilferuf aus Kandahar

Afghanistan: Flüchtlinge brauchen im Winter Hilfe

Christliches Hilfswerk Shelter Now reagiert auf Hilferuf aus Kandahar

Braunschweig (idea) – In Afghanistan verschärft sich mit dem Winter die Situation für Flüchtlinge. Ein dringender Hilferuf aus der südlichen Provinzhauptstadt Kandahar erreichte jetzt das internationale christliche Hilfswerk Shelter Now: Zahlreiche Familien aus der pakistanischen Stadt Quetta sind ins Nachbarland Afghanistan geflohen. In Quetta hat es in den letzten Monaten wiederholt terroristische Anschläge mit vielen Todesopfern gegeben. „Wir sind aufgerufen, 600 Flüchtlingsfamilien mit Lebensmitteln und warmen Decken zu versorgen“, berichtet der deutsche Shelter-Now-Direktor Udo Stolte (Braunschweig). Aus diesem Anlass startet das Hilfswerk am 10. Dezember in Braunschweig eine neue Spendenkampagne. Nachts erreichen die Temperaturen bereits den Gefrierpunkt, daher sei Eile geboten, so Stolte. Die Hilfsprogramme der Provinzregierung reichten angesichts des unerwarteten Zustroms an Flüchtlingen bei weitem nicht aus.

Unsichere Region

Da die Region aufgrund der Anwesenheit von Taliban-Kämpfern als sehr unsicher gilt, arbeiten laut Stolte neben Shelter Now nur noch sehr wenige internationale Hilfsorganisationen ausschließlich mit einheimischen Kräften vor Ort. Neben warmen Decken erhalten die Flüchtlingsfamilien Mehl, Speiseöl, Tee, Bohnen und Zucker, um das Überleben im Winter zu sichern. „Die aktuelle Situation zeigt, dass Afghanistan besonders in Notlagen weiterhin auf internationale Hilfe angewiesen ist“, erklärt Udo Stolte. Er begrüßt ausdrücklich die soeben bei der Afghanistan-Konferenz in Bonn gegebene Zusage der Staatengemeinschaft, das Land langfristig zu unterstützen. Shelter Now ist seit 1988 mit einer eigenen Organisation in Afghanistan tätig und betreibt Projekte zur medizinischen Versorgung, zur Schulbildung und zum Wiederaufbau der Landwirtschaft.