14.12.2011
Iran: Christ zu mehrjähriger Haft verurteilt
Der zur „nicht-trinitarischen“ Gruppierung der sog. „Church of Iran“ gehörende Alireza Seyedian wurde vom Unterbezirk 28 des iranischen Revolutionsgerichtshofes zu einer sechsjährigen Haftstrafe verurteilt.
Iran: Christ zu mehrjähriger Haft verurteilt
Der zur „nicht-trinitarischen“ Gruppierung der sog. „Church of Iran“ gehörende Alireza Seyedian wurde vom Unterbezirk 28 des iranischen Revolutionsgerichtshofes zu einer sechsjährigen Haftstrafe verurteilt.
Die Anklage gegen ihn lautete auf „Propagieren gegen einen Befehl der Regierung und Aktionen gegen die nationale Sicherheit“. Eine typische „Schwamm“-Anklage, die so allgemein gehalten ist, dass man notfalls noch nachträglich neue Details zur Anklage hinzufügen kann. Was hatte Alireza Seyedian getan ? Er hatte sich im Ausland taufen lassen (in der Türkei) und ein Video seiner Taufe im Internet veröffentlicht. Sein Anwalt, der auch der Anwalt des ebenfalls zur „Church of Iran“ gehörenden Pastors Youcef Nadarkhani ist, liess nun einige Details zu dem Fall verlauten. Rechtsanwalt Mohammed Ali Dadkhah, der gegen das Urteil Berufung eingelegt hat, wird folgendermassen zitiert:
Der Richter dachte wohl, mein Mandant wäre deshalb zur Taufe in die Türkei gefahren, um damit zu demonstrieren, dass es im Iran nicht genügend religiöse Freiheit gäbe. Er sagte, es gäbe genügend Pastoren im Iran, die die Taufe hätten vollziehen könnten.
Die weiteren Anklagen resultieren aus der Tatsache, dass Seyedian ein Video seiner Taufe ins Internet gestellt und darüber gesprochen habe. Außerdem hat er früher Hauskirchentreffen organisiert und abgehalten.
Alireza Seyedian, 31, kommt wie viele iranische Mitglieder der Hauskirchen – Bewegung aus einem schiitisch-muslimischen Familienhintergrund. Vor vier Jahren begann er, Christus nachzufolgen. Sein Anwalt wird nun versuchen, die ausgesprochene, sechsjährige Haftstrafe im Berufungsverfahren mit einer neuen Strategie anzufechten und eine mögliche Haftstrafe zu reduzieren. Mohammed Ali Dadkhah geht ohnehin davon aus, dass die iranischen Gerichte derzeit diesen und ähnlich gelagerte Fälle weniger gerne „anfassen“, da ihnen allen die langwierige Prozedur und die internationale Aufmerksamkeit des Falles Youcef Nadarkhani bekannt sei.
Der momentane Aufenthaltsort von Alireza Seyedian ist nicht bekannt. Nach unbestätigten Gerüchten aus dem Land sei er gegen eine Kaution in Höhe von 30.000 US-Dollar freigelassen worden und habe daraufhin das Land in Richtung Türkei verlassen.
Quelle: mohabat news und Berliner Gebetskreis