14.12.2011

Israel: Ultraorthodoxe gewinnen an Einfluss

Von: Susanne Knaul

Israel: Ultraorthodoxe gewinnen an Einfluss

Von: Susanne Knaul

Mit Linienbussen in Jerusalem fing es an. Frauen sollten auf die hinteren Bänke, um orthodoxe Juden nicht auf unkeusche Gedanken zu bringen.

Der Einfluss der Ultraorthodoxen nimmt immer mehr zu. Vor dem frommen Judentum kapituliert nun sogar die Armee: Ein Maßnahmenkatalog für mehr Gleichberechtigung wurde auf Eis gelegt. Bereits vor vier Jahren hatte die Armee-interne Segew-Kommission die schrittweise Eingliederung der Frauen in traditionelle Männerpositionen empfohlen. Die neuen Rechte sollten einhergehen mit angepassten Wehrpflichtzeiten. Nun machte frommer Druck der ohnehin schleppenden Umsetzung der Empfehlungen, die die Kommission des Reserve-Generals Jehuda Segew erarbeitet hatte, ein vorläufiges Ende.

Die ultraorthodoxen Rabbiner fürchten die Vermischung von Mann und Frau in Uniform, verbieten gemeinsame Feierlichkeiten und gar den Auftritt von Sängerinnen vor religiösen Soldaten. «Aus der Armee des Volkes wird eine Armee der Rabbiner», schrieb die liberale Tageszeitung «Haaretz» und warnte vor der «Kapitulation» vor den extrem-religiösen Rabbinern.

Schauplatz für den religiösen Vormarsch und den Widerstand dagegen ist vor allem Jerusalem. Jetzt erst recht, sagten sich einige Hundert Feministinnen. Sie zogen auf Jerusalems neue «Brücke der Saiten», um genau das zu tun, was ultraorthodoxe Juden bei Frauen am meisten fürchten: Sie sangen.

weiter unter jesus.de

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