15.12.2011
Norwegen: Orthodoxe und Katholiken auf dem Vormarsch
In dem skandinavischen Land geht die Zahl der Protestanten zurück
Norwegen: Orthodoxe und Katholiken auf dem Vormarsch
In dem skandinavischen Land geht die Zahl der Protestanten zurück
Oslo (idea) – Im protestantisch geprägten Norwegen sind die Orthodoxen und Katholiken auf dem Vormarsch. Auch die nicht-christlichen Religionen legen zu. Das geht aus den jüngsten Zahlen des norwegischen Statistikamts (Oslo) für den Zeitraum von 2005 bis 2011 hervor. Danach gehören zwar noch 77,6 Prozent der 4,9 Millionen Norweger der lutherischen Staatskirche an, aber ihre Zahl ist um 2,6 Prozent auf 3,8 Millionen gesunken. Zweitgrößte Religionsgemeinschaft ist der Islam. Mit fast 107.000 Anhängern haben die Muslime in den vergangenen sechs Jahren um 39,3 Prozent zugelegt. Die Zahl der Hindus (aktuell 5.858) ist sogar um 55,4 Prozent gestiegen und die der Buddhisten (14.580) um 54 Prozent. Die stärksten Zuwächse unter den christlichen Konfessionen verzeichnen die Orthodoxen mit einem Plus von 96,7 Prozent (9.894 Mitglieder) und die Katholiken, deren Zahl um 92,5 Prozent auf 83.018 stieg. Der Grund liegt vor allem in der Zuwanderung von Handwerkern aus Mittel- und Osteuropa, etwa dem katholisch geprägten Polen.
Die meisten Freikirchen schrumpfen
Die meisten evangelischen Freikirchen leiden unter Mitgliederschwund. Das größte Minus von neun Prozent haben die Siebenten-Tags-Adventisten (5.066 Mitglieder) zu verzeichnen. Der Mitgliederstand der Methodistischen Kirche Norwegens sank um 7,7 Prozent auf 11.055. Die Pfingstgemeinden haben aktuell 39.599 Mitglieder, 7,4 Prozent weniger als 2005. Verluste von 7,2 Prozent musste die Evangelisch-Lutherische Freikirche Norwegens (19.614) hinnehmen; der Mitgliederstand der Freien evangelischen Gemeinden sank um 7,1 Prozent auf 3.395. Hingegen verzeichnete der pietistische Lutherische Missionsbund (9.091) ein Plus von 6,9 Prozent. Der Baptistenbund (9.922) legte ebenfalls zu – um 3,9 Prozent. Die Sondergemeinschaft der Zeugen Jehovas schrumpfte um 19 Prozent auf 11.739 Mitglieder.