21.12.2011

China: „Suche nach der Wahrheit“

Unter Chinas Kommunisten breitet sich die Religion aus

China: „Suche nach der Wahrheit“

Unter Chinas Kommunisten breitet sich die Religion aus

Parteifunktionär vertritt harte marxistische Linie: Glaube bleibt tabu

Peking (idea) – Die Kommunistische Partei Chinas sorgt sich über den zunehmenden Einfluss der Religion in den eigenen Reihen. Ein hochrangiger Funktionär hat jetzt öffentlich die marxistischen und atheistischen Grundlagen der Partei bekräftigt. Religiöse Überzeugungen ließen sich damit nicht vereinbaren und seien für Parteimitglieder nach wie vor tabu, schreibt Zhu Weiqun von der Vereinten Arbeitsfront in der Zeitung „Suche nach der Wahrheit“. Sie wird vom Zentralkomitee der Partei herausgegeben. Laut Zhu hätte es „verheerende“ Folgen, wenn Parteimitgliedern religiöser Glaube erlaubt werde. Das würde die Partei ideologisch spalten. Sie könne dann nicht mehr „die große Sache des Sozialismus nach chinesischem Muster“ vorantreiben. Wie die Pekinger Nachrichtenagentur Xinhua am 19. Dezember weiter berichtete, häuften sich die Fälle, in denen Parteimitglieder religiöse Praktiken ausüben. Sogar innerhalb der Partei werde die Ansicht vertreten, dass das Religionsverbot aufgehoben werden sollte. Dies machten sich „feindliche Kräfte“ im In- und Ausland zunutze, um den Separatismus zu fördern, so Zhu. Unter den 1,3 Milliarden Bürgern der Volksrepublik breitet sichvor allem das Christentum rasant aus. Schätzungen über die Zahl der Christen variieren allerdings stark: Die Regierung spricht von 24 Millionen in staatlich anerkannten Gemeinden – 18 Millionen Protestanten und sechs Millionen Katholiken. Andere Experten geben bis zu 130 Millionen an. Zum Vergleich: Die Kommunistische Partei hat etwa 80 Millionen Mitglieder. Die meisten Christen versammeln sich in nicht anerkannten Hausgemeinden, um der Kontrolle des Regimes zu entgehen.