25.12.2011
Nigeria: Anschläge auf Kirchen
Bei Anschlägen auf drei Kirchen in Nigeria sind am ersten Weihnachtstag mindestens 35 Menschen ums Leben gekommen. Sprengsätze detonierten vor Kirchen am Rand der Hauptstadt Abuja kurz vor Beginn und während der Weihnachtsgottesdienste.
Die Terrorgruppe Boko Haram bekannte sich zu den grausamen Anschlägen.
„Boko Haram zieht schon lange eine Blutspur durch Nigeria“ - heißt es in den Nachrichten der ARD Tagesschau und weiter: „Mit dem offenen Kampf gegen den Staat hat die sektenähnliche Vereinigung vor zwei Jahren begonnen. Schwer bewaffnete Fundamentalisten verwickelten 2009 die nigerianische Armee in wochenlange Gefechte. Im Norden des Landes wurden 800 Menschen getötet, die Polizei richtete den Anführer der Sekte hin. Seit damals führt Boko Haram einen Rachefeldzug und zündet Bomben vor Militäreinrichtungen, in Biergärten und Kirchen - und im August vor der UN-Zentrale in Abuja.“
Doch diesmal traf es besonders Christen während der Weihnachtsgottesdienste.
Über die rätselhafte Gruppe islamistischer Fanatiker sei nur wenig bekannt, schreibt ARD Hörfunkkorrespondent Alexander Göbel: “Ihre Ziele sind widersprüchlich. Fest steht: Boko Haram will in ganz Nigeria die islamische Rechtsprechung der Scharia durchsetzen. Dabei sind die Christen und ihre Kirchen natürlich im Weg. Weiter wird eingeschätzt:
„Es scheint, als setze die Gruppe ihren Kampf für einen Staat auf Grundlage der Scharia und ohne westlich geprägte Demokratie ungebrochen fort.“