27.12.2011

Südkorea: Keine erleuchteten Weihnachtsbäume an der Grenze

Gemeinde nimmt nach Tod Kim Jong-Ils Abstand von geplanter Aktion

Südkorea: Keine erleuchteten Weihnachtsbäume an der Grenze

Gemeinde nimmt nach Tod Kim Jong-Ils Abstand von geplanter Aktion

Seoul/Washington (idea) – Eine christliche Gemeinde in Südkorea hat Pläne verworfen, Weihnachtsbäume nahe der Grenze zu Nordkorea aufzustellen und diese als Zeichen der Meinungs- und Religionsfreiheit zu erleuchten. Wie die „Christian Post“ (Washington) berichtet, hatte das kommunistische Regime in Nordkorea mit Konsequenzen gedroht, sollten die Bäume erleuchtet werden, da es sich dabei um „psychologische Kriegsführung“ handle. Die Bäume mit Lichterketten und einem Kreuz auf der Spitze, die über die hermetisch abgeriegelte Grenze sichtbar sind, sollten die Landsleute im Norden zum Christentum bekehren, so der Vorwurf des nordkoreanischen Regimes. 2004 schlossen beide Länder ein Abkommen, das religiöse oder politische Propaganda an der Grenze verbietet. Wie Tak Sejin, einer der Organisatoren der geplanten Christbaum-Aktion, sagte, habe man sich nach dem Tod des nordkoreanischen Diktators Kim Jong-Il aus christlichem Mitgefühl heraus entschieden, die Bäume nicht zu erleuchten. Auch die südkoreanische Regierung hatte der Gemeinde empfohlen, auf die geplante Aktion zu verzichten. Korea ist länger und tiefer geteilt, als es Deutschland war. Nach der Niederlage der japanischen Besatzer wurde es am Ende des Zweiten Weltkrieges in eine sowjetische und eine US-amerikanische Zone gegliedert. Dann folgte der Korea-Krieg (1950-1953). Seither sind beide Landesteile nahezu komplett voneinander abgeriegelt. Im Norden herrscht eine stalinistische Diktatur, im Süden eine Demokratie nach westlichem Muster. Nordkorea gilt als das Land mit der schlimmsten Christenverfolgung.