29.12.2011

Nigeria: Bestürzung über Angriffe auf Kirchen

Beileidsschreiben von deutschen Kirchenrepräsentanten

Nigeria: Bestürzung über Angriffe auf Kirchen

Beileidsschreiben von deutschen Kirchenrepräsentanten

Hannover/Freiburg (idea) – Mit Bestürzung haben Repräsentanten der evangelischen und katholischen Kirche auf die Serie von antichristlichen Terroraktionen in Nigeria reagiert, bei denen am 1. Weihnachtstag mindesten 40 Menschen getötet wurden. Mitglieder der radikal-islamischen Sekte Boko Haram hatten drei Kirchen sowie mehrere Einrichtungen der Sicherheitskräfte angegriffen. Die meisten Opfer gab es in der Stadt Madalla nahe der nigerianischen Hauptstadt Abuja, als während der Weihnachtsmesse in der katholischen Kirche St. Theresa ein Sprengkörper explodierte. Weitere Arraken ereigneten sich in der zentralnigerianischen Stadt Jos und in Gadaka im Nordosten des Landes. Der EKD-Auslandsbischof, Martin Schindehütte (Hannover) bekundete gegenüber dem Generalsekretär des Kirchenrats von Nigeria, Yusuf Wushishi, sein Beileid. Er schrieb: „Wir fühlen mit unseren Geschwistern in Madalla und Jos und wir beten, dass Opfer und Angehörige in ihrem Schmerz und ihrer Trauer Gottes Trost erfahren.“ Christinnen und Christen in Deutschland beteten auch darum, dass die Menschen in Nigeria in dieser schweren Stunde in Einheit zusammen stehen. Fundamentalistischen Kräften dürfe es nicht gelingen, den Glauben an Frieden und Gerechtigkeit zu zerstören. Schindehütte rief auch zum Gebet für die nigerianischen Kirchenführer auf: „Möge Gott Ihnen helfen, ein Beispiel für die Überwindung von Gewalt in Ihrer Gesellschaft zu sein.“ Der Vorsitzende der katholischen Deutschen Bischofskonferenz, Erzbischof Robert Zollitsch (Freiburg), schrieb an die nigerianische Bischofskonferenz, „dass die feigen Attacken auf Gotteshäuser unvorstellbare und von blindem Hass gesteuerte Taten sind“.

Pfingstler: Aufruf zu Selbstverteidigung

Nach Angaben der Presseagentur AFP haben sich seither weitere Angriffe auf Christen ereignet. In einem mehrheitlich von Christen bewohnten Dorf nahe der Stadt Jos hätten Terroristen in der Nacht zum 28. Dezember ein Haus überfallen und dabei ein dreijähriges Mädchen und seine Eltern ermordet. Als Reaktion haben Leiter nigerianischer Pfingstkirchen ihre Mitglieder aufgefordert, sich im Falle weiter Angriffe „im Rahmen des Gesetzes“ selbst zu schützen, berichtet AFP. In dem Aufruf  heiße es: „Wir haben keine andere Wahl, als unser Leben und unser Eigentum zu verteidigen.“ Die Gruppe Boko Haram, die sich auch als „Taliban Nigerias“ bezeichnet, will einen islamischen Gottesstaat errichten. Von den 150 Millionen Einwohnern Nigerias sind knapp 49 Prozent Christen, 45 Prozent Muslime und der Rest Anhänger von Naturreligionen.