02.04.2012

Russland: Russisch-orthodoxer Patriarch lobt Baptisten

Begegnung in Moskau: Übereinstimmung in moralischen Fragen

Russland: Russisch-orthodoxer Patriarch lobt Baptisten

Begegnung in Moskau: Übereinstimmung in moralischen Fragen

Moskau (idea) – Das Oberhaupt der Russisch-Orthodoxen Kirche, Patriarch Kyrill I. (Moskau), hat die Baptisten für ihre klare Haltung in moralischen Fragen gelobt. Bei einem ersten Treffen mit Vertretern des Baptistischen Weltbundes, der Europäischen Baptistischen Förderation (EBF) und der (baptistischen) Euro-Asiatischen Föderation am 29. März in Moskau erklärte er, dass die Positionen der baptistischen Gemeinschaften und seiner Kirche eng beieinander lägen. Dies gelte etwa für die Bedeutung von Ehe und Familie und in der Abtreibungsfrage. Er kritisierte, dass in vielen Ländern Werte grundsätzlich infrage gestellt würden und sich ein Relativismus breit mache, der keine verbindliche Wahrheit mehr gelten lasse. Hier bildeten die Baptisten mit ihrer an der Bibel orientierten Haltung eine Ausnahme.

Unveränderbare Wahrheit des Evangeliums

Der Präsident des Baptistischen Weltbundes, John Upton (Richmond/US-Bundesstaat Virginia), würdigt die klare Haltung des Patriarchen im Blick auf die „unveränderbare Wahrheit des Evangeliums“. Einer Welt, in der fundamentale Prinzipien aufgeweicht würden, müsse man das biblische Zeugnis von Gut und Böse entgegensetzen. Der sozialen Verelendung gelte es mit dem Zeugnis von der biblischen Hoffnung zu begegnen, der Zunahme der Abtreibungen mit dem biblischen Verständnis von Ehe und Familie.

EBF-Präsident: Hoffnung auf Fortsetzung des Dialogs

An dem Treffen nahm auch der Präsident der EBF, der Deutsche Hans Guderian (Berlin), teil. Wie er idea sagte, hätten die Baptisten die Hoffnung, dass es nach diesem ersten Treffen zu einem langfristig angelegten Dialog mit den Orthodoxen weltweit komme. Das Gespräch habe in einer freundlichen Atmosphäre stattgefunden und mit über einer Stunde wesentlich länger als geplant gedauert. Von baptistischer Seite nahmen an der Begegnung auch die Präsidenten der Baptistenbünde aus Russland, der Ukraine und Weißrusslands teil: Alexei Smirnow (Moskau), Vyacheslav Nesteruk (Kiew) und Viktor Krutkow (Minsk).

Offene Türen, kein weiteres Wachstum

Upton und Guderian besuchten auch die 20. Jahreskonferenz der Euro-Asiatischen Föderation der Evangeliumschristen-Baptisten in Moskau. Dabei wurde deutlich, dass es in den nationalen Gemeindebünden der früheren Sowjetunion zwar immer mehr missionarische Möglichkeiten gebe, doch stagnierten und schrumpften viele Gemeinden und Bünde in ihrer Mitgliederentwicklung. Upton und Guderian nahmen auch am 12. Nationalen Gebetsfrühstück mit 200 Teilnehmern aus Politik, Wirtschaft und Kirche in Moskau teil. Zur Russischen Union der Evangeliumschristen-Baptisten gehören 1.800 Gemeinten mit rund 72.400 Mitgliedern. Von den 142 Millionen Bürgern Russlands sind zwar streng genommen nur 35 Millionen orthodoxe Kirchenmitglieder; gleichwohl bezeichnen sich rund 100 Millionen Einwohner als orthodox, weil sie die Volkszugehörigkeit mit der Konfession gleichsetzen.