04.04.2012
Iran: Verhaftungswelle gegen Christen
Eine Zusammenfassung des 1.Quartals 2012
Bei Verhaftungswellen der Behörden sind im Iran im ganzen Land Christen verhaftet worden, darunter ganz normale Kirchenmitglieder und auch Gemeindeleiter. Seit Weihnachten haben Sicherheitskräfte bei Hausgemeinden in fünf Städten Razzien durchgeführt und drangen auch in einige offiziell registrierte Kirchen ein. Bei manchen Razzien wurde die ganze Kirchgemeinde zusammengetrieben und einige Christen wurden auch zu Hause oder am Arbeitsplatz verhaftet.
In einem Fall wurde am 22. Februar die 78-jährige Giti Hakimpour bei einer Razzia ihres Hauses um 6 Uhr morgens verhaftet. Die Beamten durchsuchten die Wohnung des aktiven Kirchenmitglieds und konfiszierten persönliche Gegenstände. Gitis Gesundheitszustand war aufgrund einer Knieoperation kritisch und ihr Doktor hatte sie dazu angeordnet, sich speziell Sorge zu tragen und sich keinem Stress auszusetzen. Nur dank den beharrlichen Versuchen mehrerer Gemeindeleiter wurde Giti am 25. Februar wieder aus dem Gefängnis entlassen.
In Kermanshah wurde Masoud Delijani, der sich vom Islam zum Christentum bekehrt hatte, zu einer dreijährigen Haftstrafe verurteilt. Er war wegen seines Christseins, der Durchführung illegaler Hausgottesdienste, der Evangelisation von Muslimen und wegen Verstößen gegen die nationale Sicherheit angeklagt worden. Masoud, der als Lehrer arbeitet, erhielt keine Gelegenheit sich vor Gericht gegen die Anschuldigungen zu verteidigen. Er war bereits zuvor im Gefängnis, meist in Einzelhaft, festgehalten und körperlich und psychisch unter Druck gesetzt worden.
Die unaufhörlichen Bemühungen der Regierung, die Verbreitung des Evangeliums im Iran zu stoppen, sind vergeblich: Die Kirchen im Iran befinden sich im konstanten Wachstum. Ein iranischer Christ sagte gegenüber dem Barnabas Fund: „Ich habe Mitleid mit den iranischen Behörden, denn sie realisieren nicht, dass sie gegen den Heiligen Geist antreten.“ Doch der zunehmende internationale Druck auf das iranische Atomprogramms könnte die Regierung dazu veranlassen, härter gegen die Christen des Landes vorzugehen, da sie aufgrund ihres christlichen Glaubens mit ausländischen Mächten assoziiert werden.
Beten wir für die Christen, die bei den Razzien verhaftet wurden, dass sie auch angesichts von Einschüchterung standhaft im Glauben bleiben. Danken wir Gott für das Wachstum der Kirchen im Iran.
Beten wir für Masoud, der seine Haftstrafe angetreten hat. Beten wir, dass sich die Behörden erbarmen und ihn bald freilassen.
Quelle: baranbasfund.org