04.04.2012

Nordkorea: Christenverfolgung mit System

Agenten im Aufspüren von Christen geschult - Open Doors ruft am 15. April zum weltweiten Gebet auf

Nordkorea: Christenverfolgung mit System

Agenten im Aufspüren von Christen geschult - Open Doors ruft am 15. April zum weltweiten Gebet auf

(Open Doors) - Die Vorbereitungen zum 100. Geburtstag von Staatsgründer Kim Il Sung laufen in Nordkorea auf Hochtouren. Ein angekündigter Satellitenstart wird international scharf kritisiert. Am 15. April soll u.a. damit dem zum "Ewigen Präsidenten" erklärten verstorbenen Machthaber gehuldigt werden. Besonders die Christen in Nordkorea stellt das Jubiläum vor neue Herausforderungen. Sie lehnen den götzenhaften Personenkult ab, sind aber gezwungen, an den gigantischen Feierlichkeiten teilzunehmen. Denn die staatliche wie auch gesellschaftliche Kontrolle ist extrem hoch. Mit einem ausgeklügelten System werden Sicherheitskräfte gezielt darin ausbildet, allein an der Körperhaltung zu erkennen, ob jemand religiöse Tendenzen hat.

Nur im Herzen Jesus anbeten

"Christen ringen mit dieser Form von Götzendienst", erklärt Jan Vermeer, Buchautor und Mitarbeiter von Open Doors für die Region Nordkorea. Letztes Jahr erschien die deutsche Ausgabe seines Nordkoreabuches "Das Haus mit dem Zeichen". "Der 15. April ist in Nordkorea der 'Tag der Sonne'. Erwartet werden prunkvolle Feiern, Sportfeste sowohl in Pjöngjang als auch in anderen Städten. Sich diesen Feierlichkeiten zu entziehen, ist für Christen unmöglich", so Jan Vermeer. "Sie wollen an ihrem Glauben festhalten", weiß er aus Berichten einheimischer Gläubiger. "Aber sie wissen auch, dass die Verweigerung des Personenkultes sie, ihre Familie und ihre Hausgemeinde, wenn nicht gar ganze Netzwerke von Christen in Gefahr bringen würde. Also geben sie äußerlich vor, staatskonform zu sein. Im Inneren beten sie Jesus an und wollen Salz und Licht für ihr Land sein."

Verfolgung mit System

Der US-Kommission für Internationale Religionsfreiheit berichteten ehemalige geflohene nordkoreanische Sicherheitsbeamte von ihrem Auftrag, kleine Gruppen von Christen ausfindig zu machen und auszuschalten. Ihren Aussagen nach untergräbt schon das Besitzen von Büchern mit religiösem Inhalt oder anderen den eigenen Glauben weiterzugeben, die Autorität des Regimes. Spitzel des Regimes werden mit Medaillen, einer Gehaltserhöhung oder der Beförderung für die Identifizierung und Festnahme "religiöser Verbrecher" belohnt. Ein Absolvent der Nationalen Universität für Sicherheit und Verteidigung berichtete, das Amt für Nationale Sicherheit (NSA) wähle gezielt Studenten für ein Religionsstudium aus, um Religionsanhänger aufzuspüren. Für die Schulungen werden Bibeln in mehreren Sprachen verwendet. NSA-Beamte lernen spezielle Frage- und Verhörtechniken. Ein NSA-Informant gab an, er lernte es, Ausschau zu halten nach Personen, die mit geschlossenen Augen still verharren und meditieren oder nach einst passionierten Rauchern oder Gewohnheitstrinkern, die das Rauchen bzw. Trinken plötzlich aufgeben haben.

Aktion für Kirchengemeinden: Am 15. April für Nordkorea beten!

Open Doors ruft weltweit dazu auf, an diesem Sonntag in Gottesdiensten besonders an die schätzungsweise 200.000 bis 400.000 Christen im Untergrund in Nordkorea zu denken und für sie zu beten. Weitere Informationen, Gebetsanliegen sowie Materialien zum Bestellen finden Sie hier…