04.04.2012

Sudan: Christen werden in den Süden getrieben

Hunderttausenden von Menschen, die aus dem hauptsächlich christlich-afrikanischen Südsudan stammen, wurden im Nord-Sudan jegliche Bürgerrechte entzogen und werden nun in Richtung Süden getrieben. Die Regierung hat ihnen ein Ultimatum gestellt: Entweder müssen sie das hauptsächlich muslimische und arabische Land bis am 8. April verlassen haben, oder sie werden von der fremdenfeindlichen Regierung offiziell als Ausländer behandelt werden. Die Frist wurde letzten Monat bekannt gegeben.

Schätzungsweise sind zwischen 500.000 und 700.000 Menschen vom Ultimatum betroffen, die meisten davon sind Christen mit südsudanesischen Wurzeln. Viele mussten während des langen Bürgerkriegs zwischen 1983 und 2005 fliehen und leben seit Jahrzehnten im Norden. Nur wenige haben Verbindungen zum Süden. Ein ranghoher Kirchenleiter sagte: „Wir machen uns große Sorgen. Einfach so umzuziehen ist nicht einfach… Kinder gehen zur Schule, Menschen sind hier zuhause… Es ist fast unmöglich.“

Es wird befürchtet, dass alle Christen, die nach Ablauf der Frist noch im Sudan leben, zunehmend verfolgt oder sogar zwanghaft ausgeschafft werden. Im Südsudan wird der Zustrom von Hunderttausenden von Flüchtlingen sehr wahrscheinlich eine humanitäre Katastrophe auslösen. Das junge Land kämpft bereits gegen eine Dürre, die die Ernte zerstört hat und die daraus resultierende drohende Nahrungsmittelknappheit.

Durch die Ankunft der zahlreichen Flüchtlingen aus der Grenzregion zwischen dem Sudan und dem Südsudan gehen die Vorräte im Süden immer mehr zur Neige. Hundertausende von Menschen sind im eigenen Land vertrieben, oder flohen in den Südsudan oder nach Äthiopien um den konstanten Luftangriffen gegen die Zivilbevölkerung der Sudanesischen Armee zu entgehen. Die Region der Nuba Berge, wo ca. 30% der Bevölkerung dem Christentum angehört, ist Schauplatz der jüngsten Völkermordskampagne der sudanesischen Regierung, die einen rein arabischen und islamischen Staat errichten wollen.

Der Barnabas Fund unterstützt die notleidenden Christen und Flüchtlinge im Sudan und Südsudan mit Hilfsgütern.

  • Beten wir für alle Menschen im Südsudan angesichts all der schweren Herausforderungen. Beten wir, dass die vielen Christen des Landes in dieser Zeit Kraft im Herrn finden.

  • Beten wir für all diejenigen, die dazu gedrängt werden den Sudan zu verlassen. Beten wir, dass die Christenverfolgung nach Ablauf der Frist nicht zunehmen wird.

Quelle: barnabasfund