10.04.2012
Nigeria: „Blutige Ostern“
Kauder verurteilt Anschläge in Nigeria Unionsfraktionschef: Zunehmende Gewalt gegen Christen nicht hinnehmen
Nigeria: „Blutige Ostern“
Kauder verurteilt Anschläge in Nigeria
Unionsfraktionschef: Zunehmende Gewalt gegen Christen nicht hinnehmen
Berlin/Kaduna (idea) – Der Vorsitzende der Unionsfraktion im Bundestag, Volker Kauder, hat die Anschläge auf Christen in Nigeria während des Osterfestes scharf verurteilt. Er wünsche sich, dass die Organisation für Islamische Zusammenarbeit und der UN-Menschenrechtsrat in Genf die Attentate verurteilen, so der Politiker. „Wir dürfen über die zunehmende Gewalt gegen Christen nicht zur Tagesordnung übergehen.“ Mindestens 38 Menschen kamen in dem westafrikanischen Land bei Anschlägen ums Leben. In der Stadt Kaduna (Bundesstaat Kaduna) im Zentrum des gemischt religiösen Landes zündete am Ostersonntag ein Selbstmordattentäter sein mit Sprengstoff beladenes Fahrzeug nahe der evangelikalen Gemeinde „All Nations Christian Assembly“ (Christliche Versammlung aller Völker). Nach Angaben von Pastor Joshua Raji ereignete sich der Anschlag während des Abendmahlsgottesdienstes. Ohne Todesopfer, aber ebenfalls mit zahlreichen Verletzten ging eine weitere Explosion in der Stadt Jos im Nachbarstaat Plateau aus. Offiziell bekannte sich niemand zu den Attentaten, doch nigerianische Medien gehen davon aus, dass die islamische Terrororganisation Boko Haram (Alles Westliche ist Sünde) dafür verantwortlich ist. Die Gruppe mit Kontakten zum Terrornetz Al Kaida will die Christen aus dem muslimisch dominierten Norden des Landes vertreiben und einen islamischen Gottesstaat errichten. Für die Ostertage hatte es in Nigeria Sicherheitswarnungen für Christen gegeben. Seit Jahresbeginn sind dort nach Angaben von Menschenrechtsorganisationen rund 300 Menschen bei Anschlägen getötet worden.
Kirchendach stürzt ein: 22 Tote
Am Karsamstag kamen 22 Gottesdienstbesucher beim Einsturz einer Kirche in Adambge (Bundesstaat Benue) um. Etwa 3.000 Christen hatten sich zunächst im Freien versammelt. Als es stark zu regnen begann, suchten sie Zuflucht in der Kirche. Doch der Sturm und die Niederschläge brachten das Dach zum Einsturz. Nach Angaben von Religionsstatistikern sind 51,3 Prozent der 158 Millionen Einwohner Nigerias Christen. Muslime stellen 45,1 Prozent der Bevölkerung. Hinzu kommen Anhänger von Naturreligionen.