17.04.2012

Schweiz: Gegen Relativierung der Christenverfolgung

Ein unterdrücktes Thema (Kommentar) Der Präsident des Verbands VFG - Freikirchen Schweiz plädiert für einen verstärkten Einsatz für die Religionsfreiheit und gegen die Relativierung der Christenverfolgung weltweit.

Schweiz: Gegen Relativierung der Christenverfolgung

Ein unterdrücktes Thema (Kommentar)

Der Präsident des Verbands VFG - Freikirchen Schweiz plädiert für einen verstärkten Einsatz für die Religionsfreiheit und gegen die Relativierung der Christenverfolgung weltweit.

 

Die «Weltwoche» hat am 8. März dieses Jahres das Problem der Verfolgung von Christen einer breiten Öffentlichkeit zugänglich gemacht. Schon einige Wochen vorher hatte das amerikanische Wochenmagazin «Newsweek» in einem Artikel von Ayaan Hirsi Ali «The War on Christians» aufgezeigt, dass die Unterdrückung von religiösen Minderheiten vor allem in moslemischen Ländern zur Tagesordnung gehört.Die in beiden Artikeln aufgeführten Fakten zeigen ein erschreckendes Bild von massiven Verletzungen der Religionsfreiheit und religiöser Diskriminierung, von der vor allem Christen betroffen sind. Sieht man von einigen wenigen Berichten über die Greueltaten der islamischen Milizia Boko Haram in Nigeria ab, muss man feststellen, dass sich die europäischen Massenmedien und die meisten Menschenrechtsorganisationen kaum um diese Tragödie kümmern. Dabei werden gemäss Angaben von Hilfsorganisationen gegen 200 Millionen Christen weltweit verfolgt. Kräfte, die den mittleren Osten in eine «christenfreien Zone» verwandeln wollen, bleiben in der publizistischen Öffentlichkeit weitgehend unerwähnt, genauso wie die traurige Tatsache, dass alle fünf Minuten irgendwo in der Welt ein Christ wegen seines Glaubens ermordet wird.Glaubensfreiheit ist ein Menschenrecht, das jedem garantieren soll, seine Religion frei zu wählen, diese auszuüben, zu wechseln oder auch religionslos zu leben. Wenn dieses Recht mit Toleranz ausgeübt wird, wird es zu einem Schlüssel für das friedliche Zusammenleben einer freien Gesellschaft. Wo die freie Ausübung des Glaubens nicht generell gesichert ist und Verfolgung, Diskriminierung oder Schikanierung einzelner Glaubensrichtungen geduldet werden, wird ein gefährlicher Samen gesät, der zu schweren Konflikten führen kann.

In der Schweiz setzen wir uns für die Religionsfreiheit zugunsten anderer Religionen ein, aber die Religionsfreiheit der Christen ist kaum im Blickfeld. Der Newsweek-Artikel weist darauf hin, dass es islamischen Lobbygruppen aber gelungen ist, jedes Beispiel von Diskriminierung eines Muslims als Islamophobie darzustellen. Von einer Lobbyarbeit für verfolgte Christen ist abgesehen von wenigen spezialisierten Organisationen kaum etwas zu sehen. Auch die meisten Schweizer Politiker halten sich mit der Begründung zurück, dass in der Welt nicht nur Christen, sondern auch Angehörige anderer Religionen verfolgt werden.
Aus freikirchlicher Perspektive ist die Wahrung der Glaubens- und Gewissensfreiheit im Rahmen einer rechtsstaatlichen Ordnung eine zentrale Voraussetzung für kirchliche Arbeit, aber auch für Toleranz und religiösen Frieden in einer freiheitlichen Gesellschaft. Dafür lohnt es sich zu kämpfen!

Datum: 17.04.2012
Autor: Max Schläpfer, Präsident VFG Freikirchen Schweiz
Quelle: Livenet, entnommen: jesus.ch