23.04.2012

Sudan: Muslime zünden Kirche in Khartum an

 

Ein muslimischer Mob hat offenbar in der sudanesischen Hauptstadt Khartum eine Kirche angezündet. Wie örtliche und internationale Medien am Sonntag unter Berufung auf Augenzeugen berichten, stürmten am Vorabend mehrere hundert Muslime die Kirche, die häufig von Christen aus dem Südsudan sowie von äthiopischen Flüchtlingen besucht werde. Die Menge habe antisüdliche Parolen geschrien und das Gotteshaus abgebrannt. Die Feuerwehr habe nichts mehr ausrichten können. Der Vorfall steht mutmaßlich im Kontext der jüngsten Konflikte um die Region Heglig (Panthou) im Grenzgebiet beider Länder. Der Sudan wie der 2011 unabhängig gewordene Südsudan beanspruchen die Kontrolle rund um die ölreiche Kleinstadt. In den vergangenen Wochen kam es dort wiederholt zu Kampfhandlungen. Am Freitag kündigte die südsudanesische Regierung einen Truppenrückzug bis Montag an. Khartum vermeldete seinerseits, Heglig sei militärisch „befreit“ worden.- Der vorwiegend von Christen bewohnte Südsudan hatte sich im vergangenen Juli per Volksentscheid vom überwiegend von Muslimen bewohnten Norden abgespalten.


Quelle: Domradio