24.04.2012
Deutschland: Wie Gebete zum Sturz von Diktaturen beitragen
Missionsdirektor: Beispiele sind Tunesien und Libyen – Jetzt für Saudi-Arabien beten
Deutschland: Wie Gebete zum Sturz von Diktaturen beitragen
Missionsdirektor: Beispiele sind Tunesien und Libyen – Jetzt für Saudi-Arabien beten
Sinsheim (idea) – Der Sturz der diktatorischen Regimes in Tunesien und Libyen im vergangenen Jahr ist auch auf Gebete von Christen in aller Welt zurückzuführen. Diese Ansicht äußerte der Direktor der Deutschen Missionsgemeinschaft (DMG), Detlef Blöcher (Sinsheim bei Heidelberg), beim Jahresfest der evangelikalen Organisation am 22. April in der Missionszentrale Buchenauerhof bei Sinsheim. Vor 1.100 Besuchern erinnerte er daran, dass im Jahr 2004 zu einer weltweiten Gebetskette „Sieben Jahre Gebet für Tunesien“ aufgerufen wurde. Im vergangenen Jahr habe sich das Land völlig verändert. 2006 habe es eine ähnliche Gebetsinitiative für Libyen gegeben. Auch in diesem Land seien die Auswirkungen deutlich sichtbar. „Wenn wir die Völker der Welt vor Gott bringen, geschieht Dramatisches“, sagte Blöcher. Gegenwärtig werde weltweit für Saudi-Arabien gebetet. Bereits das 1980 vom Gründer des Hilfswerks für verfolgte Christen „Open Doors“, dem Niederländer Anne van der Bijl („Bruder Andrew“), ausgerufene Jahrzehnt des Gebets für Osteuropa habe erstaunliche Wirkungen gehabt: „Keine zehn Jahre später fiel die Berliner Mauer.“ Blöcher ist auch Vorsitzender der Arbeitsgemeinschaft Evangelikaler Missionen (AEM).
Kriegsherren richten Somalia zugrunde
Als weiteres Gebetsanliegen nannten Missionare die Situation in Ostafrika. Besonders in Somalia verschlimmere sich die Ernährungs- und Menschenrechtssituation rapide, berichtete Martin Seidl-Schulz, der sich mit einem Team seit 18 Jahren um somalische Flüchtlinge in Kenia kümmert. Lokale Kriegsherren richteten das Land am Horn von Afrika zugrunde, und radikale Muslime gewönnen an Einfluss. Hunderttausende Somalis seien geflohen. Verschärft habe sich die Situation durch die Dürrekatastrophe im vergangenen Jahr, bei der die Hälfte des Viehs verendete. Zudem würden Christen massiv verfolgt: „Wer in Somalia mit einer Bibel angetroffen wird, wird gleich umgebracht.“ Die wenigen Christen seien verängstigt und lebten sehr zurückgezogen. Somalis, die sich in Kenia für den christlichen Glauben entschieden, versuchten in der Regel, so schnell wie möglich in einem anderen Land Asyl zu bekommen. Der Missionar appellierte an die Besucher des Jahresfestes, für Veränderungen in Somalia zu beten. Das Team von Seidl-Schulz versorgt Flüchtlinge mit Lebensmitteln und leistet medizinische Hilfe. Daneben engagiert es sich für die Verbreitung der Bibel. Die Texte sind auch über internetfähige Handys zu lesen. Außerdem werden christliche Radiosendungen produziert, die in Somalia zu empfangen sind.
Mosambik: Missionare helfen Aids-Infizierten
Auf dramatische Folgen der Aids-Epidemie in Mosambik wies die Feldleiterin eines internationalen Teams von 35 Missionaren, Claudia Middendorf, hin. Kürzlich sei ihre Haushaltshilfe an Aids gestorben, und die neue sei wahrscheinlich ebenfalls infiziert. Lehrer an theologischen Ausbildungsstätten beklagten den Tod vieler Studenten und Gemeinden den Verlust engagierter Mitarbeiter. Durch Medikamente helfe das Team, Leben zu verlängern. Einheimische Christen würden im Umgang mit Infizierten geschult. „Unsere besondere Sorge gilt jungen Witwen, damit ihre Kinder nicht zu Vollwaisen werden“, sagte Frau Middendorf. Die DMG ist mit 342 Missionaren in 76 Ländern eines der größten deutschen Missionswerke.