24.04.2012
Türkei: "Völkermord an Armeniern aufarbeiten"
Bis heute leugnet die Türkei die Verbrechen im Ersten Weltkrieg
Türkei: "Völkermord an Armeniern aufarbeiten"
Bis heute leugnet die Türkei die Verbrechen im Ersten Weltkrieg
Berlin (idea) – Nach fast einem Jahrhundert sollte die Türkei beginnen, den Völkermord an den Armeniern aufzuarbeiten. Dazu hat die Vorsitzende der Arbeitsgruppe Menschenrechte und Humanitäre Hilfe der CDU/CSU-Bundestagsfraktion, Erika Steinbach, gemahnt. Am 24. April gedenken Armenier weltweit der Verhaftung und Ermordung von Intellektuellen, die an diesem Tag im Jahr 1915 begann und den Mord an ihrem Volk einleitete. Bis 1916 fielen rund 1,5 Millionen Menschen, meist orthodoxe Christen, systematischen Massakern und Deportationen zum Opfer. Die Türkei leugnet bis heute den Völkermord. Ihr Strafgesetzbuch verlangt, die Erwähnung als Volksverhetzung zu ahnden. Der evangelische Pfarrer Johannes Lepsius (1858-1926) hatte die Gräueltaten dokumentiert. Seit 2011 erinnert eine Forschungs- und Begegnungsstätte in seinem ehemaligen Wohnhaus in Potsdam an die Verbrechen. Auch das Deutsche Reich hatte sich mitschuldig gemacht. Die damalige Regierung schwieg zur Vernichtung des armenischen Volkes, um die Türkei bis zum Ende des Ersten Weltkrieges als Verbündete zu behalten.