26.04.2012

Syrien: Christen befürchten wie im Irak verfolgt zu werden

Während der Metropolit der syrisch-orthodoxen Kirche Mor Eustathius Matta Roham die Aufstän-dischen in Syrien für Jihadisten hält und auf das Überleben des Assad-Regimes setzt (Quelle: Die Presse), sagt Pater Pierbattista Pizzaballa OFM auf die Frage, ob er die auf Bewahrung des Sta-tus quo ausgerichtete Politik syrischer Kirchen-führer für den richtigen Weg halte: „Ich verstehe diese bewährte Haltung gut. Sie hat aber keine Zukunft. Denn ob es einem gefällt oder nicht: Das Regime hat keine Zukunft. Mir ist aber schon klar, dass die Christen die Situation nach seinem Ende fürchten“ (Quelle: „Kirche in Not“) – und zwar, dass die Christen in Syrien nach Assad wie die Christen im Irak nach Sadam Hussein die großen Verlierer sein werden. Sunnitische Salfisten ha-ben in Homs erstmalig christliche Männer, Frau-en und Kinder als Geiseln genommen und nur gegen Lösegeld freigelassen. Die Salfisten be-setzen Häuser der Christen und stehlen deren Autos. In der Ortschaft Kusayr nahe der Grenze zum Libanon wurden auch Christen Anfang der Karwoche getötet (Quelle: fides). Die Ostergottes-dienste konnten ohne Störung gefeiert werden.

Fürbitte: Beten wir, dass der von Kofi Anan aus-gehandelte Waffenstillstandsvertrag zur Beendi-gung des Bürgerkriegs führt und den Weg für eine Gesellschaft freimacht, die ihre Probleme mit friedlichen Mitteln lösen kann. Beten wir dafür, dass die Christen des Landes nicht Opfer einer künftigen Mehrheit islamistischer Kräfte werden. 

Quelle: Pfr. i. R. Ernst Herbert "Die Stachedrahtkerze"