18.02.2012

Kasachstan: Neue Strafen verhängt

Zum ersten Mal sind Informationen über die Anwendung der neuen verschärften Strafen für die Ausübung der Religionsfreiheit in Kasachstan nach außen gedrungen. Im Osten des Landes wurde ein Baptist wegen der Leitung einer nicht registrierten religiösen Organisation zu einer Geldstrafe von 485.400 Tenge verurteilt. Dies sind umgerechnet etwa 2.500 Euro, nach Schätzungen der lokalen Bevölkerung etwa eineinhalb durchschnittliche Jahreseinkommen in der Region. Für den Flickschuster Aleksei Asetov, Vater von zehn Kindern, der eine kleine nicht registrierte Baptistengemeinde leitet, die sich in seiner Wohnung versammelt, ist dieser Betrag unbezahlbar. Abgesehen von der Verhängung der Geldstrafe hat der Richter die Auflösung der Gemeinde verfügt.

In Petropavl im Norden Kasachstans war eine Pfingstgemeinde zwei Mal Ziel einer Razzia der Polizeiabteilung für die Bekämpfung des Extremismus, Separatismus und Terrorismus, wobei jeweils auch ein Beamter der Behörde für religiöse Angelegenheiten beteiligt war. Dabei wurden Neue Testamente, andere Bücher und DVDS zum Zweck der Zensur beschlagnahmt. Außerdem möchte man die Gemeinde dafür bestrafen, dass die Bücher vor dem Eingang des von ihr gemieteten Saals auf einem Tisch aufgelegt wurden. Geldstrafen für religiöse Aktivitäten ohne staatliche Registrierung wurden auch in weiteren Fällen verhängt, so unter anderem gegen einen Baptisten nach einem Polizeieinsatz mit dem Titel „Operation Rechtsordnung“.

Quelle: Forum 18, Oslo

Deutsche Fassung: Arbeitskreis Religionsfreiheit der ÖEA