27.02.2012
Nigeria: Erneut Gewalt gegen Christen
Bombenanschlag während Gottesdienst fordert drei Menschenleben
Frankfurt am Main – Jos (27. Februar 2912) Mindestens drei Menschenleben und zahlreiche Verletzte forderte ein Bombenanschlag am frühen Sonntagmorgen in der nordnigerianischen Stadt Jos. Nach Informationen der Internationalen Gesellschaft für Menschenrechte (IGFM) fuhr der Attentäter während des laufenden Gottesdienstes mit einem PKW in den Hof der Kirche Christi (COCIN) und zündete eine Autobombe. Der Attentäter kam dabei selbst ums Leben. Der Anschlag hätte verhehrendere Folgen gehabt, wenn die Bombe unmittelbar nach dem Gottesdienst gezündet worden wäre.
Obwohl sich bisher zu diesem Anschlag niemand bekannt hat, deuten alle Hinweise auf die radikalislamische Sekte Boko Haram hin, die den Christen in Nigeria und der nigerianischen Regierung den Krieg erklärt hat. Der Afrika-Referent der IGFM, Dr. Emmanuel Ogbunwezeh, selbst Nigerianer, sieht in dem erneuten Anschlag den Versuch der Sekte, die nigerianische Regierung zu verunsichern und zu einer Überreaktion zu veranlassen, die ihr neuen Zulauf von radikal gesinnten Sympathisanten sichern würde. Er appelliert an die nigerianische Regierung, nicht dem Aufruf zu folgen, mit den Terroristen zu verhandeln, solange sie nicht vom Terror ablassen. „Boko Haram will durch Bomben und politische Erpressung zeigen, dass die nigerianische Regierung nicht in der Lage ist, das Leben und die Sicherheit der Bürger zu gewährleisten. Ein islamistisches Regime, dass auf Terror aufgebaut wird, ist aber für Nigeria keine Alternative, sondern bringt nur noch mehr Tod und Leid.“
Quelle: IGFM, www.menschenrechte.de