01.01.2012

Nigeria: Gewaltwelle gegen Christen geht weiter

Staatspräsident bezeichnet radikal-islamische Gruppe als „Krebsgeschwür“

Nigeria: Gewaltwelle gegen Christen geht weiter

Staatspräsident bezeichnet radikal-islamische Gruppe als „Krebsgeschwür“

 

Abuja (idea) – Die Welle der Gewalt im westafrikanischen Nigeria, der vornehmlich Christen zum Opfer fallen, hat sich über den Jahreswechsel fortgesetzt. Nach Anschlägen der radikal-islamischen Terrorgruppe Boko Haram im Norden des Landes über Weihnachten kamen an Silvester mehr als 50 Menschen bei Auseinandersetzungen zwischen verschiedenen christlichen Gemeinden im Südosten ums Leben. Nach Regierungsangaben war ein seit 2008 schwelender Grundstücksstreit wieder aufgeflammt. Staatspräsident Goodluck Jonathan hatte zuvor unter scharfen Sicherheitsvorkehrungen die katholische Theresienkirche am Rande der Hauptstadt Abuja besucht, wo Angehörige der Opfer früherer Angriffe zusammengekommen waren. Wegen der Drohung Boko Harams, zum Jahreswechsel weitere Anschläge zu verüben, hatte Jonathan den Ausnahmezustand über vier Unruheregionen im Norden Nigerias verhängt. Er verglich die Gruppe Boko Haram mit einem Krebsgeschwür, das zu entfernen sei. Aus Angst vor Übergriffen hatten zahlreiche Kirchen ihre Jahresschlussgottesdienste abgesagt. Die Zahl der Opfer der jüngsten islamistischen Terroranschläge wird staatlicherseits mit 49 angegeben; die katholische Bischofskonferenz geht hingegen von rund 200 Toten aus. Die Gruppe Boko Haram, die sich als „Taliban“ bezeichnet, will einen islamischen Gottesstaat errichten. Von den 150 Millionen Einwohnern Nigerias sind knapp 49 Prozent Christen, 45 Prozent Muslime und der Rest Anhänger von Naturreligionen.