12.01.2012

Myanmar/Birma: Bürgerkrieg nach über 60 Jahren beendet?

Karen-Rebellen und Regierung schließen Waffenstillstandsabkommen

Myanmar/Birma: Bürgerkrieg nach über 60 Jahren beendet?

Karen-Rebellen und Regierung schließen Waffenstillstandsabkommen

Rangun (idea) – In Birma kehrt Ruhe in einem der längsten Bürgerkriege ein. Wenn die Waffen schweigen, können auch Christen in dem südostasiatischen Land auf Frieden hoffen. Seit der Unabhängigkeit von Großbritannien im Jahr 1949 begehrt das Minderheitsvolk der Karen gegen die Zentralregierung in Rangun auf. Dies führte zu blutigen Kämpfen. Am 12. Januar haben die Vereinigung Karen National Union (KNU) und die Regierung einen Waffenstillstand geschlossen. Die nach KNU-Angaben rund sieben Millionen Karen leben an der Grenze zu Thailand. Mindestens 40 Prozent von ihnen sind Christen. Insgesamt gehört rund ein Drittel der 54 Millionen Einwohner Birmas Minderheitenvölkern an. Viele Christen gibt es auch unter den Chin, Kachin und Karenni. Weil die Minderheiten nach Autonomie streben, wurden sie von der Zentralregierung bekämpft. Der Gesellschaft für bedrohte Völker (Göttingen) zufolge nahmen die Menschenrechtsverletzungen gerade im vergangenen Jahr stark zu. Mindestens 112.000 Angehörige von Minderheitenvölkern seien aus ihren Dörfern geflohen. Anzeichen für einen politischen Frühling und eine zaghafte Demokratisierung hätten sich nur in den großen Städten gezeigt. Birma wurde seit einem Putsch im Jahr 1962 von Militärs beherrscht; 1989 gaben sie dem Land gegen die Proteste der Birmanen den Namen Myanmar. Am 7. November 2010 fanden die ersten Wahlen seit 1990 statt; am 4. Februar 2011 wurde der vorherige Premierminister, General Thein Sein, zum Staatspräsidenten ernannt. Der Weltweiten Evangelischen Allianz zufolge sind rund 70 Prozent der Bevölkerung Buddhisten, 8,7 Prozent Christen und 3,6 Prozent Muslime.