01.06.2012

Tadschikistan: Zur Kündigung gezwungen

Christliche Lehrerin droht Abschiebung – Suraz bittet: "Betet für mich!"

Tadschikistan: Zur Kündigung gezwungen

Christliche Lehrerin droht Abschiebung – Suraz bittet: "Betet für mich!"

(Open Doors) - Ein dringender Gebetsaufruf erreichte uns von einer Christin aus dem zentralasiatischen Tadschikistan. Suraz* stammt aus einem anderen Land und arbeitet als Lehrerin in Tadschikistan. Offenbar kursierte ein Gerücht über sie, das sich so hartnäckig hielt, dass sie am Ende gezwungen war, nicht nur ihre Arbeitsstelle aufzugeben.

Vor einigen Tagen unterstellte ihr der Direktor der Schule, sie wolle die Kinder im Unterricht lediglich zum christlichen Glauben bekehren. Suraz wurde zu einer Unterredung ins Büro der Schulleitung gerufen. Um sicherzustellen, dass sie auch wirklich erscheint, beauftragte der Direktor zwei Polizisten damit, sie abzuholen. Der Lehrerin wurde mitgeteilt, dass sie ein Verbrechen begangen habe und hierfür mit einer Gefängnisstrafe von fünf Jahren bestraft werden könnte. Denn per Gesetz ist jegliche Teilnahme von Personen unter 18 Jahren an religiösen Aktivitäten mit Ausnahme von Beerdigungen untersagt. Kinder dürfen Religionsunterricht nur in Einrichtungen bekommen, die hierfür eine entsprechende Lizenz besitzen. Sogar Eltern, die gegen diese Verordnung verstoßen, müssen mit empfindlichen Geldbußen und sogar Haftstrafen zwischen fünf und acht Jahren rechnen.

Keine Wahl

Der Direktor war sehr verärgert und stellt Suraz schließlich vor die Wahl: Entweder selbst zu kündigen und nicht angeklagt zu werden oder gegen sie würde ein Strafverfahren eingeleitet. Eigentlich hatte die Frau keine Wahl, denn ins Gefängnis wollte sie nicht. Also kündigte Suraz schweren Herzens ihren Job, den sie voller Begeisterung und Hingabe ausgeübt hatte. Doch damit war der Fall nicht erledigt. Zwei Tage später musste sie vor dem Staatsanwalt erscheinen. Er legte ihr "sehr höflich" dar, dass, wenn Suraz weiterhin mit anderen über ihren Glauben an Jesus spräche, er alles dafür tun werde, sie des Landes zu verweisen.

Durch unsere Kontakte in Tadschikistan bat uns die Frau dringend um Gebet. Suraz sagte: "Liebe Brüder und Schwestern, bitte betet, dass Gott mir Kraft gibt und ich keine Angst habe. Und bitte betet, dass ich fähig bin, Jesus nicht zu verleugnen."

Open Doors schreibt:

Diesen Appell geben wir heute an Sie weiter und bitten Sie: Stehen Sie Suraz mit Ihrem Gebet bei, damit sie ermutigt und gestärkt wird.

•            Danken Sie Gott schon jetzt dafür, dass er Suraz beistehen wird.

•            Beten Sie um Weisheit, wie sie diesen Drohungen begegnen kann. Sie steht unter Beobachtung und muss immer damit rechnen, des Landes verwiesen zu werden.

•            Beten Sie für den Schuldirektor und die Beamten, die in den Fall involviert sind, dass sie in Suraz keine "Feindin" sehen.