02.06.2012
Deutschland: Berliner Marsch für Eritreas verfolgte Christen
Der Gedenk- und Gebetsmarsch in Berlin für die im ostafrikanischen Eritrea verfolgten Christen war ein wahrlich gesegnetes und wohltuendes Ereignis. Am 01. Juni 2012 zogen mehrere Hundert Christen aus ganz Deutschland durch die Hauptstadt und solidarisierten sich mit ihren Geschwistern, die in Unterdrückung leben.
Deutschland: Berliner Marsch für Eritreas verfolgte Christen
Der Gedenk- und Gebetsmarsch in Berlin für die im ostafrikanischen Eritrea verfolgten Christen war ein wahrlich gesegnetes und wohltuendes Ereignis. Am 01. Juni 2012 zogen mehrere Hundert Christen aus ganz Deutschland durch die Hauptstadt und solidarisierten sich mit ihren Geschwistern, die in Unterdrückung leben.
Das “Aktionskomitee Verfolgte Christen” (AVC) des unverwüstlichen Waldemar Sadarczuk hatte in Verbindung mit der “Stephanus Stiftung” der Internationalen Gesellschaft für Menschenrechte (IGfM) zum Gebet und zum Gedenken an die Christen geladen, die in Eritrea von der Regierung verfolgt, interniert und gefoltert werden. Das dortige, autoritäre Regime, versucht jeden Bereich der Gesellschaft zu kontrollieren und unterdrückt alle Minderheiten durch ein System aus Spitzelei und Drohung mit Haft oder unbegrenztem Militärdienst. Jederlei gesellschaftliche Regung, die nicht mit der Regierungspartei des Präsidenten Afewerki abgestimmt ist, gilt als “konterrevolutionär” und gegen den Staat gerichtet.
Dies vorweggeschickt, ist es sicher kein Wunder, dass auch die Kirchen Eritreas unter Beschuss des Regimes stehen. Dies gilt sowohl für die “offiziell anerkannten” Kirchen, aber vor allem für die seit einem Regierungserlass von 2002 für “illegal” erklärten kleineren Denominationen. An das Leid dieser Christen wollten mehrere Hundert Teilnehmer aus ganz Deutschland erinnern, als sie am 01. Juni 2012 in Berlin – Pankow zusammenkamen, um im Gebet für die Geschwister Eritreas zusammenzustehen. In Gesang, Gebet und durch einen Marsch zur Botschaft Eritreas gaben wir dem Wunsch Ausdruck, dass Gott seine mächtige Hand bewegen möge, damit den schrecklichen Verhältnissen dort ein Ende bereitet werde.
Die Menschenrechtsgruppe AVC hatte gerade ihr vierzigjähriges Bestehen gefeiert und lud federführend zu diesem Gedenken ein. Der Einladung folgten Gläubige aus vielen Teilen Deutschlands. Leider muss gesagt werden, dass aus Berlin auffällig wenige Christen anwesend waren !
Das Wetter meinte es gut mit allen Anwesenden und so konnten in einem Geist der Brüderlichkeit und Solidarität einleitend einige Lieder gesungen werden, einige einleitende Worte wurden gesprochen, die den Anwesenden die Dringlichkeit des verbindenden Anliegens noch einmal deutlich machten. Waldemar Sadarczuk erinnerte beispielsweise an die mächtige Hand Gottes, die auch hier in Deutschland einstmals die “widernatürliche” Teilung aufheben half. Dann wurde durch die Stephanus-Stiftung in der IGfM der Menschenrechtspreis 2012 an den eritreisch-orthodoxen Patriarchen Abune Antonios verliehen. Stellvertretend für diesen seit 2006 im Hausarrest gefangenen Kirchenmann nahm eine Vertreterin des eritreischen Exilrates diese Auszeichnung entgegen. Schließlich setzte sich der kleine Demonstrationszug in Bewegung, um vor der eritreischen Botschaft in Berlin-Pankow einen Zwischenstopp einzulegen. Dort ließen wir in Frieden, aber auch in unmissverständlicher Lautstärke den Geschäftsträger des dortigen Regimes wissen, dass die verfolgten und unterdrückten Christen hierzulande Fürsprecher (und Fürbitter) haben. Unsere Forderung nach Freilassung der gequälten Geschwister, die in Hitze, schrecklicher Enge und unter Bedingungen, die jeder Beschreibung spotten, inhaftiert sind und dort gefoltert werden, sollte der Botschafter an seine Regierung weiterleiten.
Ebenso friedlich und gesittet verlief unser Marsch im Gedenken und im Gebet für die verfolgten Christen auch weiterhin. Die Polizei, die wie kaum anders zu erwarten eine gute Arbeit verrichtete, hatte mit unserem Marsch jedenfalls nur wenig Probleme. Hauptsächlich musste sie die Straßen absperren, aber die Veranstalter dankten den wackeren Gesetzeshütern stellvertretend für uns alle dennoch. Kein Wunder, denn gerade Berliner Polizisten bekommen von Demonstraten sicher üblicherweise eher weniger Gebete und gute Wünsche mit auf den Weg, als sie diese von diesem Zug mitbekamen. Abschließend sprachen wieder die Veranstalter, vor allem Waldemar Sadarczuk Dankesworte an alle Anwesenden aus. Er ließ uns sagen, dass wir Gott gehorsam gewesen seien, da wir etwas für die “Geringsten” der Seinen unternommen hätten.
Der abschließend von uns allen auf einer Seitenstraße gesungene Choral “Großer Gott wir loben dich” beendete dann unser Zusammensein und der Zug löste sich dann auf.
Jedoch war das wichtige Gedenken an die verfolgten, speziell die in Eritrea, noch nicht vorüber. In der Nähe des Berliner Rathauses, in der historischen Stadtmitte, hatte der AVC noch einen Informationsstand aufgebaut, von dem aus Passanten mit Materialien versorgt wurden und sich Christen über das Anliegen dieser Tage informieren konnten. Auch hier wurde wieder in Gesang und Gebet auf das Leiden der Christen Eritreas aufmerksam gemacht. Denn, machen wir uns nichts vor, die weltweite Christenverfolgung spielt weder im öffentlichen Diskurs unserer Multimedia-Landschaft, noch gar in den eigentlich dafür prädestinierten Kirchen, eine wirkliche Rolle. Um dies zu ändern, arbeiten die Leute vom AVC, von der IGfM (aber auch von anderen Werken wie “open doors”, der “Schwester Hatune-Stiftung” oder der “Hilfsaktion Märtyrerkirche”) unermüdlich daran, die Aufmerksamkeit auf dieses Thema zu richten. Ganz im Sinne des Wortes:
„Wenn ein Glied leidet, so leiden alle Glieder mit.“ (1. Korinther 12, 26)
“Kümmert euch um alle, die wegen ihres Glaubens gefangen sind. Sorgt für sie wie für euch selbst. Steht den Christen bei, die verhört und misshandelt werden. Leidet mit ihnen, denn es kann euch jederzeit genauso ergehen.“
(Hebräer 13, 3 Hoffnung für Alle)
Quelle: Berliner Gebetskreis