03.06.2012
Jemen: Keine Nachrichten von den Entführten
Schweizer Christin seit März im Jemen entführt
Das Schicksal einer Schweizer Christin, die sich bereits seit dem 13. März im Jemen in der Hand von Kämpfern des Terrornetzwerks El Kaida befindet, ist weiter ungeklärt. Für die Freilassung der 35-jährigen Lehrerin Silvia Eberhardt (Bülach/Kanton Zürich) fordern die islamischen Extremisten ein Lösegeld von umgerechnet zwölf Millionen Euro. In einem Internet-Video bat Eberhardt die Schweizer Regierung, „alles Nötige“ für ihre Freilassung zu tun. Sie arbeitete als Englischlehrerin in der Küstenstadt Hudaida; sie wurde nach Schabwa im Südosten des Landes verschleppt. Bis vor vier Jahren besuchte sie nach Angaben des Züricher Tages-Anzeigers eine Baptistengemeinde in Bülach. Sie ist offenbar auf eigene Initiative in den Jemen gegangen.
Von deutscher Familie fehlt jede Spur
In dem Land sind mehrfach ausländische Christen entführt und auch ermordet worden. Am 18. März wurde der US-amerikanische Sprachlehrer Joel Shrum in der Stadt Tais, etwa 200 Kilometer südlich der Hauptstadt Sanaa, erschossen. Die Terrorgruppe Ansar al-Scharia erklärte, das Attentat richte sich gegen eine „Evangelisierungskampagne“. Auch christliche Entwicklungshelfer aus Deutschland sind in den vergangenen Jahren Opfer von Entführungen und Ermordungen im Jemen geworden, darunter Johannes und Sabine Hentschel aus dem sächsischen Meschwitz bei Bautzen. Sie arbeiteten seit 2003 an einem staatlichen Krankenhaus in der Provinz Saada. Am 12. Juni 2009 wurden sie mit ihren drei Kindern und vier anderen Christen verschleppt. Von den Eltern und ihrem damals einjährigen Sohn Simon sowie von einem britischen Ingenieur fehlt jede Spur. Drei Opfer – zwei deutsche Krankenschwestern und eine südkoreanische Lehrerin – wurden erschossen aufgefunden. Die Töchter Lydia und Anna wurden im Mai 2010 überraschend befreit und kehrten nach Deutschland zurück. Fast alle der 24,3 Millionen Einwohner Jemens sind Muslime. Die Zahl der fast ausschließlich ausländischen Christen wird von Religionsstatistikern auf knapp 20.000 geschätzt.
Quelle: idea