05.06.2012
Deutschland: Evangelikale in Sachsen fordern Bekenntnissynode
Evangelisationsteam erkennt kirchenleitende Gremien nicht länger als Leitung an
Deutschland: Evangelikale in Sachsen fordern Bekenntnissynode
Evangelisationsteam erkennt kirchenleitende Gremien nicht länger als Leitung an
Waldenburg (idea) – Paukenschlag in Sachsen: Eine Gruppe evangelikaler Christen erkennt Landesbischof Jochen Bohl (Dresden), die Kirchenleitung sowie die Landessynode nicht länger als geistliche Leitung der sächsischen Landeskirche an. Hintergrund ist die Entscheidung von Kirchenleitung und Landessynode, das Pfarrhaus in seelsorgerlich begründeten Einzelfällen für homosexuelle Partner zu öffnen. Diesem Beschluss könne man nicht folgen, heißt es in einem Papier des Evangelisationsteams Sachsen. Da mit dieser Entscheidung der status confessionis – also der Bekenntnisfall – gegeben sei, stelle man fest: „1. Den Landesbischof, die Kirchenleitung und die Landessynode erkennen wir nicht mehr als geistliche Leitung unserer Evangelisch-Lutherischen Landeskirche Sachsens an. 2. Die Sächsische Bekenntnis-Initiative bitten wir eindringlich, dass diese umgehend eine Bekenntnissynode gründet.“ Die Sächsische Bekenntnis-Initiative ist ein Zusammenschluss von gegenwärtig 106 Kirchengemeinden, 253 Gemeinschaften, 32 Werken und rund 8.000 Einzelpersonen der sächsischen Landeskirche. Sie tritt dafür ein, dass Bibel und Bekenntnis auch für die Lebensführung der Pfarrerschaft Gültigkeit besitzen.
Gesprächsprozess überflüssig
Brisant an der Stellungnahme des Evangelisationsteams ist, dass zumindest zwei der Unterzeichner – der Evangelist Theo Lehmann (Chemnitz) sowie der Evangelist und Liedermacher Lutz Scheufler (Waldenburg) – bei der sächsischen Landeskirche angestellt sind. Lehmann ist Pfarrer im Ruhestand und Scheufler Jugendevangelist in Teilzeit. Wie Scheufler auf Anfrage der Evangelischen Nachrichtenagentur idea sagte, bestehe nicht die Absicht, aus der Kirche auszutreten, sondern den eingeschlagenen Kurs offen zu kritisieren. Den auf der Frühjahrssynode angeregten dreijährigen Gesprächsprozess zwischen Gegnern und Befürwortern einer Öffnung der Pfarrhäuser bezeichnete Scheufler als überflüssig: „Wer bin ich, dass ich das, was Gott in der Bibel klar ablehnt, in einem Gesprächsprozess gutreden sollte.“ Außer von Scheufler und Lehmann wurde die Stellungnahme auch unterzeichnet von der Ärztin Christa-Maria Steinberg, dem Bezirksjugendwart Michael Rausch, den Evangelisten Michael Kaufmann und Andreas Riedel, dem Musiker Frank Döhler sowie dem Zeltmeister Jens Ulbricht. Das Evangelisationsteam unterstützt Gemeinden bei ihren missionarischen Bemühungen. Außerdem möchte es Christen dazu befähigen, geistlich fundiert zu urteilen.