05.06.2012
Nigeria-Deutschland: Für Menschen in Nigeria beten
EKD-Auslandsbischof: Schindehütte: Trauer über Entführung, Flugzeugabsturz und Terroranschlag
Nigeria-Deutschland: Für Menschen in Nigeria beten
EKD-Auslandsbischof: Schindehütte: Trauer über Entführung, Flugzeugabsturz und Terroranschlag
Hannover/Lagos (idea) – Zum Gebet für die von Anschlägen und Unglücken betroffenen Menschen in Nigeria hat der Auslandsbischof der EKD, Martin Schindehütte (Hannover), aufgerufen. „Nigeria erlebt wahrlich bedrückende Tage“, erklärte er am 5. Juni in Hannover. Am 31. Mai war eine deutsche Geisel bei einer missglückten Befreiungsaktion ums Leben gekommen. Am 3. Juni war nahe der Stadt Lagos ein Passagierflugzeug abgestürzt; dabei kamen mehr als 150 Menschen ums Leben. Am selben Tag wurden bei einem Terroranschlag auf eine Kirche in Bauchi, etwa 400 Kilometer nordöstlich der Hauptstadt Abuja, nach Presseberichten zwölf Menschen getötet und etwa 30 verletzt. Schindehütte kündigte an, dass am 10. Juni im Gottesdienst der deutschsprachigen evangelischen Gemeinde in Lagos der Toten und ihrer Angehörigen gedacht werde. Pastor Christoph Roller: „Wir trauern um Herrn Edgar Fritz Raupach, der Ende Mai in einer missglückten Befreiungsaktion der Polizei ums Leben gekommen ist. Er war seit dem 26. Januar in Geiselhaft und galt lange als verschollen.“ Ein Video der Entführer zeige, welche Todesangst er ausgestanden haben müsse. Der Terroranschlag auf die Kirche und der Flugzeugabsturz seien weitere Erschütterungen, die das traumatisierte Nigeria zu verkraften habe.
Islamische Terroristen wollen Christen vertreiben
Seit Jahresbeginn sind in Nigeria nach Angaben von Menschenrechtsorganisationen mehr als 300 Menschen bei Anschlägen getötet worden. Immer wieder verüben in dem gemischt religiösen Land muslimische Extremisten gewalttätige Übergriffe auf Christen. Als Hauptverursacher gilt die Organisation Boko Haram (Alles Westliche ist Sünde). Die Gruppe mit Kontakten zum Terrornetz Al Kaida will die Christen aus dem muslimisch dominierten Norden des Landes vertreiben und einen islamischen Gottesstaat errichten. Nach Angaben von Religionsstatistikern sind 51,3 Prozent der 158 Millionen Einwohner Nigerias Christen. Muslime stellen 45,1 Prozent der Bevölkerung. Hinzu kommen Anhänger von Naturreligionen.