10.06.2012
Indien: Mission per Handy
Wie aus einer Gebetsinitiative eine Dorfgemeinde entsteht
Lakhnau (idea) – Handys sind in Indien so weit verbreitet, dass sie sich als wirksames Mittel zur Mission und zur Gemeindegründung erwiesen haben. Unter den 1,2 Milliarden Einwohnern gibt es nach Schätzungen etwa 919 Millionen Mobiltelefone. Selbst in den entlegensten Dörfern ohne fließendes Wasser nutzen die Menschen Handys, so Bill Bray von der Christian Aid Mission, deren internationale Zentrale sich in Charlottesville (US-Bundesstaat Virginia) befindet. Im indischen Bundesstaat Uttar Pradesh, wo 80,6 Prozent der 200 Millionen Einwohner Hindus, 18,5 Prozent Muslime und nur 0,1 Prozent Christen sind, sei durch Kommunikation per Handy eine christliche Dorfgemeinde entstanden. Es begann mit einer simplen Initiative: Die Missionarin Esther Dass bot an, Gebetsanliegen telefonisch anzunehmen. Zuerst machten nur wenige Menschen davon Gebrauch; sie baten vor allem um Heilung. Durch Mund-zu-Mund-Propaganda riefen jedoch bald immer mehr Hindus und Muslime an und baten um Fürbitte. Mit anderen Frauen startete Dass einen rund um die Uhr besetzten Gebetsdienst, zunächst nur in Uttar Pradesh. Inzwischen kommen Anrufe auch aus fünf weiteren Bundesstaaten. Fast alle sind kastenlose Dalits, sogenannte „Unberührbare“. Besonders konzentriert riefen Menschen aus dem Bezirk Bareilly an. Schließlich organisierten Christen dort eine fünftägige Gebetskonferenz, an der etwa 30 Hindu-Familien teilnahmen. Sie erfuhren, wie Christen beten; einige entschieden sich, Christen zu werden. Daraus ist eine kleine Dorfgemeinde entstanden. Jetzt sollen solche Gebetskonferenzen auch an anderen Orten abgehalten werden. Von den 1,2 Milliarden Einwohnern Indiens sind 82 Prozent Hindus, zwölf Prozent Muslime und mindestens drei Prozent Christen.