12.06.2012
Nigeria: Junge Christen nehmen nach Anschlägen Rache
Sechs Muslime getötet – Anglikanischer Bischof verurteilt Attentate und Racheakte
Nigeria: Junge Christen nehmen nach Anschlägen Rache
Sechs Muslime getötet – Anglikanischer Bischof verurteilt Attentate und Racheakte
Jos (idea) – Als Vergeltung für zwei Anschläge auf Pfingstkirchen im Norden des westafrikanischen Landes Nigeria haben aufgebrachte junge Christen sechs Muslime getötet. Bei den Opfern soll es sich um Motorrad-Taxifahrer in Jos handeln, berichten lokale Medien. Die Muslime seien beschuldigt worden, hinter den Anschlägen zu stehen. Die Verantwortung für die Anschläge auf die Kirchen hatte die islamistische Terrororganisation Boko Haram (Alles Westliche ist Sünde) übernommen. Sie kündigte an, mit den Attentaten fortzufahren, bis man einen islamischen Staat errichtet habe. Die Armee des Landes hat unterdessen dazu aufgerufen, „das Gesetz nicht in die eigene Hand zu nehmen“. Man werde solche Verbrechen nicht tolerieren, mahnte ein Armeesprecher. Bei den beiden Anschlägen am 10. Juni in den Städten Jos und Biu waren mindestens sieben Christen ums Leben gekommen; Dutzende wurden verletzt, einige schwer. In Jos sprengte sich ein Selbstmordattentäter in einem Auto vor einer Kirche in die Luft, in Biu wurden Christen von Terroristen mit Schnellfeuergewehren angegriffen. Der anglikanische Erzbischof von Jos, Ben Kwashi, verurteilte die Anschläge und die Racheakte. Sie seien „nutzlos“ und verschärften die Lage. Die Bemühungen christlicher und muslimischer Leiter zur Verbesserung der Beziehungen seien dadurch zurückgeworfen worden. Durch die Angriffe von Boko Haram sind in Nigeria seit Mitte 2009 mehr als 1.000 Menschen getötet worden. Nach Angaben von Religionsstatistikern sind 51,3 Prozent der 158 Millionen Einwohner Nigerias Christen. Muslime stellen 45,1 Prozent der Bevölkerung. Hinzu kommen Anhänger von Naturreligionen.