15.06.2012
Kuweit: Neues Gesetz:Todesstrafe für Gotteslästerung
Das kuwaitische Parlament hat einen Gesetzesentwurf verabschiedet, nach dem die Beleidigung des islamischen Gottes, islamischer Schlüsselfiguren und des Korans künftig mit dem Tode bestraft werden können. Die Gesetzesänderung, die die bereits existierende Gesetzgebung bezüglich Gotteslästerung stärken soll, wurde am 3. Mai mit einer überwältigenden Mehrheit angenommen. Bevor es endgültig in Kraft tritt muss das neue Gesetz nun noch vom Emir abgesegnet werden.
Auf Gotteslästerung gilt nach dem neuen Gesetz für alle Muslime die Todesstrafe, doch auch nicht-Muslimen droht eine bis zu zehnjährige Haftstrafe. Zeigen die Angeklagten vor Gericht Reue, kann ihre Haftstrafe bis zu fünf Jahren gekürzt oder in eine hohe Geldstrafe umgewandelt werden. Religionsverleumdung wir gegenwärtig mit bis zu einem Jahr Haft und einer Geldbuße bestraft.
Seit die islamistische „al-Adala Bloc“ Partei (deutsch Gruppe für Gerechtigkeit) bei den vorgezogenen Parlamentswahlen im Februar die Mehrheit der Sitze gewonnen hat, hat sie bereits mehrere Maßnahmen eingeleitet um den Islam zu stärken: Es wurde ein Gesetz vorgeschlagen, das den Bau von Kirchen und anderen nicht-islamischen Gotteshäusern verbieten soll und bestimmte Verfassungsänderungen sollen alle Gesetze in Einklang mit der Scharia bringen. Scheich Sabah al-Ahmad al-Sabah, der Emir von Kuwait, blockierte jedoch den Gesetzesvorschlag bezüglich der Scharia. Dies deutet darauf hin, dass er auch die versuchte Einführung drakonischer Strafen wegen Blasphemie blockieren könnte.
In Kuwait lebt eine relativ große Anzahl von Christen, darunter hauptsächlich Ausländer, die rund 14% der Bevölkerung ausmachen. Eine Verfassungsänderung, die die Scharia zur Gesetzesgrundlage machen würde, würde das Leben der Christen unweigerlich einschränken – und sie vielleicht sogar in Gefahr bringen.
- Beten wir, dass der Emir ein Veto gegen die neu vorgeschlagenen Strafen für Blasphemie einlegen wird und dass die Islamisierung von Kuwait angehalten und rückgängig gemacht wird.
- Beten wir für die Christen in Kuwait, dass der Herr sie ihn ihrem Dienst in diesem feindseligen und herausfordernden Umfeld stärkt.
Quelle: Barnabasfund