17.06.2012

Deutschland: „Lückenhafte“ Palästinenser-Ausstellung

Antisemitismus in vielen arabischen Ländern wird nicht beleuchtet

Deutschland: „Lückenhafte“ Palästinenser-Ausstellung

Antisemitismus in vielen arabischen Ländern wird nicht beleuchtet

Köln (idea) – Auf Kritik aus Politik und Kirche stößt die Ausstellung „Die Nakba – Flucht und Vertreibung der Palästinenser 1948“, die bis zum 24. Juni in Köln zu sehen ist. Als Nakba (deutsch: Unglück) wird im arabischen Sprachgebrauch die Flucht und Vertreibung von etwa 700.000 Palästinensern aus dem früheren britischen Mandatsgebiet bezeichnet, das am 14. Mai 1948 als Staat Israel seine Unabhängigkeit erlangte. Veranstalter der Wanderausstellung ist die Arbeitsgemeinschaft „FrauenWegeNahost“ des Frauen-Netzwerkes für Frieden (Bonn). Die „unvollständige und missverständlicher Darstellung“ könne leicht als „einseitige Schuldzuweisungen an Israel und den Zionismus verstanden werden“, heißt es in einer Erklärung, die unter anderen vom Kölner Oberbürgermeister Jürgen Roters (SPD) und dem evangelischen Stadtsuperintendenten Rolf Domning unterzeichnet ist. Sie befürchten, dass die Ausstellung antiisraelischen und möglicherweise auch antisemitischen Tendenzen Vorschub leiste. Die Kritiker halten die Ausstellung für „lückenhaft“: So vermisse man jeden Hinweis auf die Verstrickung palästinensischer Führer mit dem Naziregime in Deutschland. Auch der massive Antisemitismus in vielen arabischen Ländern werde nicht angesprochen. Ferner fehle eine kritische Auseinandersetzung mit der Behandlung der palästinensischen Flüchtlinge durch die umliegenden Staaten ebenso wie Hinweise auf palästinensischen Terrorismus, arabische Vernichtungsdrohungen gegen Israel und iranische „Endlösungsrhetorik“.