01.03.2012

Eritrea: Abune Antonios in kritischem Zustand

Seit Jahren steht er unter Hausarrest

Eritrea: Abune Antonios in kritischem Zustand

Seit Jahren steht er unter Hausarrest

(1. März 2012) - Open Doors - Der unter Hausarrest stehende rechtmäßige Patriarch der Eritreisch-Orthodoxen Kirche, Abune Antonios, musste nach einem Kreislaufkollaps ins Krankenhaus eingeliefert werden. Das erfuhr das Hilfswerk für verfolgte Christen Open Doors von einem vertrauenswürdigen Informanten aus dem ostafrikanischen Eritrea. Der 85-jährige Antonios leidet an Diabetes und war am 27. Februar in seinem Haus in Asmara zusammengebrochen. Rasch wurde er unter strengen Sicherheitsvorkehrungen ins Orota Krankenhaus in der Hauptstadt gebracht. Er ist inzwischen aus der Klinik entlassen; sein Zustand ist jedoch weiter kritisch. Einheimische Christen fürchten um sein Leben. Ihm war in der Vergangenheit die medizinische Betreuung verweigert worden.

Eritrea: Patriarch der eritreisch orthodoxen Kirche, Abune Antonius Unrechtmäßig abgesetzt

Der Patriarch der Eritreisch-Orthodoxen Kirche Abune Antonios war - offenbar auf staatlichen Druck hin - 2006 von der Synode abgesetzt worden und steht seitdem unter Hausarrest. Er hatte gegen die Einmischung der Regierung in Kirchenangelegenheiten protestiert. Die illegale Einführung des neuen Patriarchen Abune Dioskoros erfolgte im Mai 2007. Diese Neuwahl durch die Regierung ist umstritten, da Patriarchen der Eritreisch-Orthodoxen Kirche innerkirchlich auf Lebenszeit ernannt werden und damit Abune Antonios weiter als rechtmäßiger Patriarch gilt. Dioskoros, der zuvor als Diplomat tätig war, wird daher von vielen Mitgliedern der größten Religionsgemeinschaft in Eritrea nicht anerkannt.

Hintergrund Christenverfolgung in Eritrea

Die eritreische Regierung kontrolliert die religiösen Aktivitäten in Eritrea. Vor zehn Jahren – am 21. Mai 2002 - setzte das diktatorische Regime mit einem Dekret den Startpunkt für die Unterdrückung, Gefangennahme und Folter von Hunderten von Christen. Demnach sind alle nicht orthodoxen, katholischen, lutherisch-evangelischen und muslimischen Religionsgemeinschaften verboten. Jegliche unkontrollierte Versammlung von Christen wird kriminalisiert. Hausdurchsuchungen und Festnahmen sind bitterer Alltag. Zahlreiche Christen starben bereits in Gefangenschaft u.a. an Verletzungen durch Misshandlungen. Mehr als 1.000 Christen sind landesweit in Polizeistationen, Militärlagern oder Schiffscontainern eingesperrt. Massiv werden sie bedrängt, Erklärungen zu unterschreiben und damit ihren Glauben an Jesus Christus zu widerrufen. Die harte Gefangenschaft etwa in den Containern haben viele Christen nicht überlebt.