03.03.2012
Ungarn: Regierung erkennt nun 32 statt bisher 14 Gemeinschaften an
Liste anerkannter Kirchen und Religionen wächst
Ungarn: Regierung erkennt nun 32 statt bisher 14 Gemeinschaften an
Liste anerkannter Kirchen und Religionen wächst
Budapest (idea) – In Ungarn sind nun 32 Kirchen und Religionsgemeinschaften staatlich anerkannt; bisher waren es 14. Im Parlament in Budapest stimmten am 27. Februar sämtliche Abgeordnete der Regierungsparteien Fidesz und KDNP für die Aufnahme von 18 weiteren religiösen Gemeinschaften in den Katalog der sogenannten „privilegierten“ Bekenntnisse. Auf Grundlage des zu Jahresbeginn in Kraft getretenen „Kirchengesetzes“ sind damit neben Adventisten, Anglikanern, Methodisten, Kopten und Pfingstlern auch Muslime, Mormonen, Hindus, Zeugen Jehovas sowie fünf buddhistische Gemeinschaften staatlich anerkannt. Die 14 bereits zuvor gesetzlich anerkannten Kirchen wurden in ihrem Status bestätigt. Mit der Anerkennung erhalten die Kirchen Steuerfreiheit und die Erlaubnis zu Spendensammlungen und pastoralen Arbeiten in Gefängnissen und Krankenhäusern. Die Oppositionsparteien hatten die Abstimmung boykottiert; die Regierung gehe bei der Anerkennung willkürlich vor, so ihr Vorwurf. Als Kriterien für einen Kirchenstatus gelten unter anderem eine seit mindestens 100 Jahren nachweisbare internationale Tätigkeit und das Wirken in Ungarn seit mindestens 20 Jahren. Ende 2011 hatte die Regierung das ungarische Religionsgesetz verschärft, was zu Protesten führte. Davor mussten sich Kirchen lediglich über ein Gericht eintragen lassen, um anerkannt zu werden und alle staatlichen Vorteile zu genießen. Damals waren 370 Gruppen als Kirchen eingetragen.