03.03.2012
Weißrussland: Razzien, Drohungen und Verwarnungen
Religionsgemeinschaften in verschiedenen Teilen von Belarus waren wegen der Abhaltung von Gottesdiensten und Versammlungen, welche die Behörden als illegal erachten, mit Besuchen durch Behördenvertreter, Drohungen und Verwarnungen konfrontiert. An einem Sonntag im Januar besuchten Beamte drei Gottesdienste von Pfingstgemeinden in verschiedenen Dörfern. Pastor Vasili Rapzewitsch leitete bei Ankunft der Behördenvertreter gerade einen Gottesdienst in einem der Pfingstgemeinde gehörenden Haus in einem Dorf in der Region Brest für ungefähr zehn behinderte Gemeindemitglieder, die nicht in der Lage sind, die Versammlungen ihrer Gemeinde in einer nahegelegenen Stadt zu besuchen. Dafür wurde der Pastor zur örtlichen Polizeistation vorgeladen. Dort sagte man ihm, er hätte das Gesetz verletzt, indem er ohne Erlaubnis des regionalen Exekutivkomitees einen Gottesdienst an einem anderen Ort als der rechtmäßigen Adresse seiner Gemeinde abhielt. Die Polizei drohte ihm ein Gerichtsverfahren an und drohte, seiner Gemeinde die staatliche Registrierung zu entziehen.
Im Februar führte die Polizei in der Hauptstadt Minsk eine großangelegte Razzia bei einer kulturellen Veranstaltung in der Wohnung des Pastors einer Pfingstgemeinde durch. An der Razzia waren unter anderem auch maskierte Beamte der Bereitschaftspolizei beteiligt. 34 Veranstaltungsteilnehmer wurden zu einer Polizeistation gebracht, jedoch zwei Stunden später ohne Erklärung und ohne Abfassung eines Protokolls wieder freigelassen.
Quelle: Forum 18, Oslo
Deutsche Fassung: Arbeitskreis Religionsfreiheit der ÖEA