12.03.2012

China: Protestantische Kirche, Hausgemeinden und Mission

Informationen von Amity

[ANS] Die Amity-Foundation in Nanjing ist eine Stiftung der offiziellen Kirche in China, die in einem weiten Bereich von sozial-diakonischen Aktivitäten tätig ist und zu der auch die große Bibeldruckerei Amity-Press gehört. Diese Stiftung war eine der ersten NGO-Organisationen in China. In ihrem vierteljährlichen Informationsbrief berichtet Amity über kirchliche Aktivitäten und bringt auch Auszüge aus der offiziellen Kirchenzeitung "Tian Feng". Dem letzten Bericht ist folgender Auszug entnommen: Besuche in Kunshan und Suzhou (nahe Shanghai in Jiangsu-Prov.)

Als Pastor HE Jiemiao 1989 nach Kunshan kam, gehörten nur sieben Gemeindeglieder zur lokalen Drei-Selbst-Gemeinde, doch als er 1997, also nur 8 Jahre später, nach Suzhou wechselte, war die Gemeinde bereits auf 7.000 Mitglieder angewachsen. Heute arbeiten in Kunshan 8 Pastoren in 11 Kirchen mit insgesamt 18.000 Gemeindegliedern. In Suzhou fand Pastor HE im Jahr 1997 nur 2 Kirchen vor, doch heute gibt dort 7 Kirchen mit insgesamt 27 Mitarbeitern. Im Großraum Suzhou, ähnlich einem Regierungsbezirk, leben 5, 9 Mio. Menschen, von denen sich 120.000 als offizielle Christen bekennen und einer der 66 Kirchen angehören. In der City von Suzhou gibt es 13 Kirchen mit 40.000 Christen und in einer dieser Kirchen treffen sich 300 christliche Unternehmer. Es ist nun geplant, in Suzhou eine große Kirche im Universitätsbereich zu bauen, die rund 8 Mio. Euro kosten soll. Ein Unternehmer hat bereits rund 1 Mio. Euro gestiftet und die Verwaltung des riesigen Industriegebiets "Suzhou Industrial Park (SIP)" hat zugesagt, die restlichen Kosten abzudecken. In diesem Industriebezirk arbeiten etwa 600 Ausländer, die sich als Christen bekennen. Außerdem gebe es dort mindestens drei koreanische Gemeinden und die von Wenzhou abstammenden Christen haben ebenfalls ihre eigenen Kirchen, so wie es auch noch kleinere ausländische Kirchen gibt. Im SIP haben aber auch neben den vielen anderen ausländischen Firmen 9.000 taiwanesische Unternehmen investiert und beschäftigen 300.000 Taiwanesen, von denen sich 30.000 als Christen bekennen. Deshalb besteht für Pastor HE das weitaus größte Problem darin, dass es viel zu wenige Pastoren für diese vielen Gläubigen gibt von denen mindestens 60 % jünger sind als 50 Jahre.

In den letzten 5 Jahren hat Pastor HE verstärkt feststellen können, dass sich die Einstellung der Regierungsbeamten gegenüber den Christen grundlegend geändert hat. Christen werden mehr und mehr als wichtiger Teil des Sozialgefüges der chinesischen Gesellschaft angesehen und nicht mehr als ausländische Religion.

Schüttet euere Herzen aus

Unter dieser Überschrift wurden in dem genannten Bericht von Amity sieben Gebete veröffentlicht. Drei dieser Gebete stammen von einem Gebetstreffen, aber nicht von einer Drei-Selbst-Kirche, sondern von einer Hauskirche in Peking vom 30. November 2011. Das Land China ist riesengroß und die Nachrichten aus China zeigen immer wieder eindrücklich, dass auch der regionale Unterschied sowohl in den Beziehungen zwischen Regierungsstellen und offiziellen Kirchen als auch zwischen offiziellen Kirchen und Hauskirchen ebenfalls riesengroß ist. Kirche abgerissen

 [CA] In der Nacht zum 3. Februar ist in Lieshan in der Provinz Anhui die Kirche der offiziellen Drei-Selbst-Gemeinde durch die Behörden abgerissen worden. Bei den deshalb begonnenen Verhandlungen mit den Behörden wurde den Gemeindevertretern am 14. Februar ein Tee vorgesetzt, durch den sie willensunfähig wurden. In diesem Zustand wurden sie gezwungen, eine Einverständniserklärung zu unterschreiben, gegen die sie vorher tagelang bei den Behörden protestiert hatten.

 2. Politik & Gesellschaft

 Aufruf zur Wohltätigkeit enthält raffinierten Haken

 [CA] Bei dem Aufruf der Regierung an die Religionsgemeinschaften, verstärkt Wohltätigkeitsprojekte zu entwickeln (siehe China-Informationen 2012-03), hat sich nun ein raffinierter Haken herausgestellt: Es ist untersagt, während solcher Aktivitäten religiöse Ideen zu predigen.

Wird das Heiratsalter gesenkt?

[XH] Derzeit läuft in China in den zuständigen Gremien eine Diskussion darüber, ob das gesetzliche Mindestalter für Heiraten von derzeit 20 Jahren für Frauen und 22 Jahren für Männer abgesenkt werden soll. Dadurch soll auch dem zunehmenden Trend zum unverheirateten Zusammenleben von jungen Menschen entgegengewirkt werden.

 Quelle: Weiss International Consulting

Die Inhalte sind i. d. R. englischsprachigen Informationsquellen entnommen, die als recht zuverlässig gelten.  Eine Gewähr für die Richtigkeit der Informationen kann vom Versender jedoch nicht übernommen werden. Die Originalinformationen sind oft sehr umfangreich und werden für die China-Informationen dann stark komprimiert. Dadurch kann es vorkommen, dass der Sachverhalt nur sehr verkürzt wiedergegeben wird. Es werden i. d. R. keine Berichte aufgenommen über Ereignisse in China, über welche auch renommierte deutsche Medien berichten.