14.03.2012
Deutschland: "Friedens-Requiem“ löst Proteste aus
Württemberg: Demonstration gegen Religionsvermischung
Deutschland: "Friedens-Requiem“ löst Proteste aus
Württemberg: Demonstration gegen Religionsvermischung
Stuttgart (idea) – Ein „Friedens-Requiem“ ist auf Protest gestoßen. Bei der Uraufführung von „Dona nobis pacem“ am 10. März in der Ludwigsburger Friedenskirche demonstrierten etwa 15 Menschen gegen Religionsvermischung. Im Internet erschienen auf islam-kritischen Seiten zahlreiche Einträge. Auch die württembergische Landeskirche erhielt Anrufe und elektronische Post. Der Anlass: Im „Friedens-Requiem“ verwendete der Komponist Tilman Heiland Texte aus verschiedenen Religionen. Die meisten Abschnitte stammten aus der Bibel und dem Judentum. Auch aus der ersten Sure des Koran wird rezitiert. Dort heißt es in der deutschen Übersetzung: „Im Namen Gottes des barmherzigen und gnädigen Gottes ...“ Der Abschnitt endet mit der Bitte: „Führe uns den geraden Weg, nicht den Weg derer, die deinem Zorn verfallen und irregehen.“ Aus der kirchlichen Tradition stammen beispielsweise das Vaterunser und die Bitten. „Lamm Gottes, nimm hinweg die Sünden der Welt“ sowie „Mache mich zu einem Werkzeug deines Friedens“.
„Gegen Allah in der Kirche“
Der Protest richtet sich vor allem dagegen, dass Koranverse in einer Kirche vorgetragen wurden. „Ich bin gegen Allah in unserer christlichen Kirche“ und „Gott ist nicht gleich Allah“ stand auf Plakaten der Demonstranten. Andere wiesen darauf hin, dass in islamischen Ländern Christen verfolgt würden. Beim Sprecher der württembergischen Landeskirche, Oliver Hoesch (Stuttgart), kritisierten einige Kirchenmitglieder, dass das Zitieren der ersten Sure eine Aufforderung zum Übertritt zum Islam darstelle. Hoesch wies dies als Fehlinterpretation zurück. Zur christlichen Freiheit gehöre, dass in künstlerischen Aufführungen, Ausstellungen und Aktionen auch ungewohnte Formen des Nachdenkens vorkommen könnten. Dies gelte insbesondere, „wenn dieses Nachdenken zu Perspektiven für Fragen des Friedens, des friedlichen Zusammenlebens und der guten Nachbarschaft führt“, heißt es in einer Stellungnahme Hoeschs. In der Geschäftsstelle der theologisch konservativen „Lebendigen Gemeinde“ in Korntal bei Stuttgart seien keine Beschwerden eingegangen, teilte diese auf idea-Anfrage mit.