14.03.2012
Pakistan: Zwei Christen droht lebenslang Gefängnis
Blasphemieanklage wegen Weigerung zum Islamübertritt - 26-Jähriger soll Koranseiten verbrannt haben
Pakistan: Zwei Christen droht lebenslang Gefängnis
Blasphemieanklage wegen Weigerung zum Islamübertritt - 26-Jähriger soll Koranseiten verbrannt haben
(Open Doors) - Immer wieder müssen in Pakistan Christen ins Gefängnis, weil sie angeblich den Islam beleidigt haben. Wie das Hilfswerk für verfolgte Christen Open Doors beobachtet, löst nicht selten ein Streit oder die Weigerung eines Christen, zum Islam überzutreten, eine Blasphemieanklage aus. Ein faires Gerichtsverfahren können Christen in der Regel nicht erwarten. Zudem lösen derartige Fälle in der Gesellschaft und bei Islamisten scharfe Reaktionen gegen die christliche Gemeinschaftaus. Dies setzt Richter unter Druck, so dass beschuldigte Christen nur geringe Aussichten auf ein faires Verfahren oder gar einen baldigen Freispruch haben. Ohnehin gelten Christen in Pakistan nur als Bürger zweiter Klasse und werden regelmäßig diskriminiert. Auf dem Weltverfolgungsindex rangiert das islamische Land auf Platz 10. Open Doors bittet, für eine junge Mutter und einen 26-jährigen Christen zu beten, denen aktuell eine Verurteilung wegen Blasphemie droht.
Pakistan I: In Haft, weil sie Christin bleiben wollte
Weil die 26-jährige Shamim Bibi nicht zum Islam übertreten wollte, muss sie sich nun wegen Blasphemie vor Gericht verantworten. Wie Verwandte berichteten, wurde die Mutter eines fünf Monate alten Säuglings aus Khichiwala (Provinz Punjab) am 28. Februar verhaftet. Ihre Nachbarn im Wohnviertel Fort-Abbas hatten sie angezeigt. Der Christin werden beleidigende Äußerungen gegen den Propheten Mohammed zur Last gelegt. Bei einer Verurteilung nach Abschnitt 295-C des Strafrechts (Blasphemiegesetz) droht Shamim Bibi lebenslang Gefängnis oder im schlimmsten Fall die Todesstrafe. Vor über einem Jahr wurde die Christin Asia Noreen (auch Asia Bibi genannt) ebenfalls nach falschen Blasphemievorwürfen zum Tod durch Erhängen verurteilt. Die Strafe wurde noch nicht vollstreckt. Die fünffache Mutter sitzt weiter im Gefängnis. Weiterlesen hier...hier...
Pakistan II: Christ soll Koranseiten verbrannt haben
Trotz fehlender Beweise muss ein junger Christ wegen angeblicher Entweihung des Koran weiter im Gefängnis in Camp Jail bleiben. Sein Kautionsantrag wurde Anfang Januar abgelehnt. Der 23-jährige Khuram Masih wurde am 5. Dezember vorigen Jahres in Shahdara nahe der Großstadt Lahore verhaftet. Sein Vermieter hatte behauptet, Masih habe zum Teewasser Kochen einige Koranseiten verbrannt. Khuram Masih sieht in der Anklage einen Racheakt seines Vermieters. Die beiden waren über Mietzahlungen in Streit geraten. Nach Abschnitt 295-B des pakistanischen Strafrechts steht auf die absichtliche Entweihung des Koran lebenslang Gefängnis. Masihs frühere Anwälte wiesen das Gericht darauf hin, dass die Polizei nur aufgrund vager Anschuldigungen ermittelt habe, jedoch keine belastenden Beweise vorlägen. Weiterlesen hier...
Quelle: Compass Direct und Open Doors