18.03.2012

Ägypten: Kopten trauern um ihren Patriarchen

Schenuda III. im Alter von 88 Jahren gestorben

Ägypten: Kopten trauern um ihren Patriarchen

Schenuda III. im Alter von 88 Jahren gestorben

 

Kairo (idea) – Die koptisch-orthodoxen Christen trauern um ihren Patriarchen: Papst Schenuda III. starb am 17. März im Alter von 88 Jahren. Er stand seit 1971 an der Spitze der koptisch-orthodoxen Kirche. Zu ihr gehören weltweit rund zwölf Millionen Christen, davon rund acht Millionen in Ägypten. Papst Benedikt XVI. und der Vorsitzende der katholischen Deutschen Bischofskonferenz, Erzbischof Robert Zollitsch (Freiburg), kondolierten zum Tod des Oberhauptes der Kopten. Zollitsch erklärte: „Der Brückenbauer der koptischen Christen ist von uns gegangen.“ Auch führende islamische Würdenträger drückten ihr Beileid aus. Der ägyptische Großmufti Ali Gomaa bezeichnete Schenudas Tod als „Tragödie und großes Leid für Ägypten und sein Volk“. Schenuda III. galt lange als Unterstützer des im Februar 2011 gestürzten Präsidenten Hosni Mubarak, den er als Bollwerk gegen den Islamismus schätzte. Angesichts des Umsturzes „verneigte“ er sich aber „vor der Jugend, die das Land in eine Revolution führte“. Die christliche Jugend warnte er vor einer Radikalisierung. Im Zuge des Umsturzes in Ägypten verschärfte sich der Terror radikaler Muslime gegen die koptische Minderheit. Die Anschläge auf Kirchen und christliche Einrichtungen nahmen zu. So starben zum Jahreswechsel 2010/2011 23 Menschen bei einem Bombenattentat vor einer koptischen Kirche in Alexandria. Im Oktober kamen bei Zusammenstößen zwischen Muslimen und Kopten in Kairo 26 Personen ums Leben.