21.03.2012

Iran: Verfolgung von Hausgemeinden verschärft

Menschenrechtler kritisieren Verhaftungswelle in Großstädten

Iran: Verfolgung von Hausgemeinden verschärft

Menschenrechtler kritisieren Verhaftungswelle in Großstädten

Düsseldorf (idea) – Der Iran verschärft die Verfolgung christlicher Hausgemeinden und von Muslimen, die zum Christentum übergetreten sind. Wie die Internationale Gesellschaft für Menschenrechte (IGFM) am 21. März auf einer Pressekonferenz in Düsseldorf berichtete, habe die Zahl der Verhaftungen in den letzten Monaten deutlich zugenommen. Die berechtigte Sorge vor Irans Nuklearprogramm dürfe nicht von der Entrechtung der Bürger des Irans ablenken, sagte IGFM-Vorstandssprecher Martin Lessenthin (Frankfurt am Main). Die Bundesregierung und die Europäische Union müssten die Einhaltung von Menschenrechtsverträgen unmissverständlich einfordern: „Stille Diplomatie hat beim Iran sein Ziel verfehlt.“ Nach Angaben der IGFM gibt es derzeit eine Welle von Verhaftungen in den Großstädten Ahwaz, Teheran, Esfahan, Shiraz und Kermanshah. Teilweise würden ganze Gruppen verhaftet. So hätten Sicherheitskräfte am 29. Februar 13 Personen in einer Kirche in Kermanshah festgenommen. Vor allem die Leiter von Konvertitengemeinden würden systematisch vom iranischen Geheimdienst eingeschüchtert und bedroht, so die Menschenrechtler. Aus Sorge, entdeckt und verhaftet zu werden, treffen sich die meisten Konvertiten heimlich in Hausgemeinden.

Gottesdienste in persischer Sprache verboten

Christliche Gemeinden dürfen seit dem 24. Februar keine Neubekehrten mehr biblisch schulen und ihre Gottesdienste nicht in persischer Sprache halten. Bei der Übergabe des Dekretes drohten Beamte den Gemeindeleitern mit Bombenanschlägen, falls sie sich nicht an das Verbot hielten. „Die islamischen Herrscher im Iran denken, dass sie  mit dem Verbot der persisch-sprachigen Gottesdiesnte die Ausbreitung des Christentums unter den Moslems verhindern können“, sagte Mahin Mousapour, Pastorin einer deutschen evangelischen Konvertitengemeinde in Frankfurt am Main. Seit  Anfang März verstärkt sich der Druck für die Konvertiten in der Stadt Esfahan, wo Sicherheitsbeamte der Regierung einen Lastwagen mit Bibeln entdeckten. Seitdem gehen die Sicherheitsbeamten vermehrt gegen Hausgemeinden und offizielle Kirchen vor. „Die Stürmungen und Festnahmen nehmen ein blindwütiges Maß an“, stellte Mousapour fest. Dem Informationsdienst Farsi Christian News Network (FCNN) zufolge dürfen die Pfingstgemeinden seit Mitte Februar keine Konvertiten mehr in ihrer Bibelschule aufnehmen. „Diese lebenswichtige Aufgabe der Jüngerschaftsschule ist jedoch wichtig für die Zukunft jeder Gemeinde und für die Nachfolger Jesu“, sagte Mousapour.