21.03.2012
Kuba: Religionsfreiheit weiter eingeschränkt
Regime verhaftet Dissidenten und hindert sie am Kirchgang
Kuba: Religionsfreiheit weiter eingeschränkt
Regime verhaftet Dissidenten und hindert sie am Kirchgang
Havanna (idea) – Das kommunistische Regime Kubas schränkt die Meinungs- und Religionsfreiheit kurz vor dem Besuch von Papst Benedikt XVI. weiter ein. Mit immer gewalttätigeren Mitteln würden Dissidenten gehindert, an Gottesdiensten teilzunehmen, teilte die Internationale Gesellschaft für Menschenrechte (IGFM) mit Sitz in Frankfurt am Main am 21. März mit. Etwa 50 sogenannte „Damen in Weiß“, die eine Sonntagsmesse besuchen wollten, waren am 18. März festgenommen worden. Die Anführerin der Gruppe, die Journalistin Caridad Caballero Batista, sowie ihr Ehemann und ihr 19-jähriger Sohn sind laut IGFM zum 14. Mal in Folge davon abgehalten worden, die katholische „Jesus Christus Erlöserkirche“ in Pueblo Nuevo (Provinz Holguin) zu besuchen. Sie haben der IGFM zufolge vier Tage „unter unmenschlichen Haftbedingungen“ verbracht und seien misshandelt worden. Batista sei dennoch entschlossen, weiter für ihr Recht zu kämpfen, die Kirche zu besuchen: „Die Regierung versucht uns davon abzuhalten, unseren Glauben auszuüben, aber wir müssen diesen Weg weitergehen. Nur weil wir andere Ansichten haben als jene, die unser Land regieren, versuchen sie zu verhindern, dass wir in unserer Kirche beten.“
Trifft der Papst Fidel Castro?
Der Papst kommt vom 26. bis 28. März nach Kuba. Er soll dabei mit Staatspräsident Raul Castro zusammentreffen; ob er auch dessen Bruder, dem langjährigen Staatschef Fidel Castro (Amtszeit: 1959-2008), begegnet, ist unklar. Die IGFM übt heftige Kritik am Regime des Karibikstaates: Der Papstbesuch sollte „eigentlich Anlass für die Regierung sein, die Religionsfreiheit auf Kuba zu gewährleisten. Stattdessen ist das Gegenteil der Fall: Immer mehr Gläubige werden davon abgehalten, die Kirche zu besuchen, weil sie nicht mit der Regierung konform gehen.“ Von den 11,2 Millionen Einwohnern bezeichnen sich 56,5 Prozent als Christen. Jeder vierte Bürger ist ohne Religionszugehörigkeit, und etwa 18 Prozent sind Spiritisten. 48,4 Prozent der Kubaner sind Katholiken und etwa 8 Prozent Protestanten; die übrigen Christen sind Orthodoxe und Anglikaner. Die Evangelikalen weisen ein jährliches Wachstum von etwa 3,5 Prozent auf.