26.03.2012

China: 70 Besucher einer Hausgemeinde festgenommen

Polizei beschlagnahmt Bibeln, Liederbücher und Computer

China: 70 Besucher einer Hausgemeinde festgenommen

Polizei beschlagnahmt Bibeln, Liederbücher und Computer

Urumqi (idea) – Im Westen Chinas sind mehr als 70 Besucher einer christlichen Hausgemeinde vorübergehend festgenommen und verhört worden. Wie das Hilfswerk China Aid Association (China-Hilfsvereinigung) mit Sitz in Midland (US-Bundesstaat Texas) berichtet, stürmten am 18. März zehn Polizisten den Raum im Privathaus von Pastor He Enjun in der Präfektur Aksu (Autonomes Gebiet Xinjiang). Sie erklärten, dass es sich um eine illegale Versammlung handele und beschlagnahmten Bibeln, Liederbücher, tragbare Computer, DVDs und anderes christliches Lehrmaterial. Die Teilnehmer der Hausversammlung wurden zu Polizeistationen an ihren Arbeitsstätten gebracht und teilweise zwei Tage lang festgehalten. Nach Angaben von China Aid besteht die staatlich nicht registrierte Hausgemeinde seit fast 20 Jahren. Die meisten Christen in der kommunistisch regierten Volksrepublik versammeln sich in staatlich nicht anerkannten Hausgemeinden, um der Kontrolle des Regimes zu entgehen. Schätzungen über die Zahl der Christen unter den rund 1,3 Milliarden Bürgern variieren stark: Die Regierung spricht von 24 Millionen in staatlich anerkannten Gemeinden – 18 Millionen Protestanten und sechs Millionen Katholiken. Andere Experten geben bis zu 130 Millionen an. Zum Vergleich: Die Kommunistische Partei hat etwa 80 Millionen Mitglieder.